PERSÖNLICHKEIT: Krankheit als Hobby

Gesundheitsmanagement Ich kann gar nicht mehr sagen, wieviele Jahre es her ist, seit ich das Buch: “Krankheit als Chance” von Rüdiger Dahlke gelesen habe. In Anlehnung daran geht mir auch öfters der Satz “Krankheit als Hobby” durch den Kopf.

Wo viele Leiden tatsächlich eine Chance bieten würden, nämlich die, seine Lebenshaltung und Grundsätze zu überdenken, scheint es für viele Betroffenen vernünftiger, seine Beschwerden zu hegen und zu pflegen.

Natürlich ist es ein Tabu-Thema. Niemand spricht das gerne an, nicht generell, und schon gar nicht direkt. Haben wir Angst davor, herzlos dazustehen?

Es geht um die weit verbreiteten Zivilisationskrankheiten, die bei vielen komplett den täglichen Rhythmus, die wöchentlichen Termine und einen ziemlich grossen Teil der Konversation mit Nachbarn, Freunden und Bekannten, bestimmen.

«Krankheit als Lebensinhalt auf Kosten des Lebens selbst?»

Es ist ein modernes Phänomen unserer sogenannten zivilisierten Gesellschaft geworden, ständig irgendwas zu behandeln. Die gängigen Arzttermine füllen die Arztpraxen. Tut man das nicht, ist man nicht up to date, oder fahrlässig!

Hand aufs Herz: haben Sie sich bei der einen oder anderen Person nicht auch schon gefragt, was diese ohne ihre Krankheit und dem ganzen Drumherum, mit ihrer Zeit anstellen würde? Nehmen wir an, nur so als Testgedanke, die Krankheit wäre von heute auf morgen verschwunden? Was würde sie dann übermorgen tun? Mit was würde diese Person ihre Tage füllen?

Oder: Welche Lücke würde entstehen?

Wie die Katze oder der Garten

Zum Teil ähnelt dies schon dem, wie man auch für ein Haustier oder den Garten sorgt.

Vorallem bei Senioren frag ich mich häufig, über was sie denn so miteinander quasseln würden, wenn es keine Optiker und Augenärzte, keine Blutverdünner, keine Schlafmittel, keine Blutdruck- und Zuckerkontrollen gäbe? Ein Termin reiht sich an den nächsten, zack, und die Woche ist um!

Weshalb es wieder eine Vor- Zwischen -oder Nachkontrolle braucht, wissen die wenigsten. Hauptsache, jemand nimmt sich der Sache an!

«Wenn man nichts hat, würde man sich ja auch nicht wohl fühlen!», oder «da kommt eben allerhand im Alter!», sind Worte, die man gar nicht so selten hört. Erschreckend, finden Sie nicht auch?

Können wir uns noch vorstellen, ohne Beschwerden durchs Leben zu gehen?

Da wo die Krankheit dient, Lücken zu füllen, die sonst mit dem Leben gefüllt werden müssten, ist es schwierig, eine vernünftige Therapie zu führen. Zum Glück suchen die allermeisten Patienten, die zu uns in die alternative Heilkunde kommen eine Veränderung. Unsere Klienten können sich durchaus vortellen, dass die Beschwerden eine vorübergehende Geschichte sind und sie in Zukunft ohne das sein werden.

Trotzdem, es drängt sich der Gedanke auf:

War diese Leere schon vor dem Leiden da? Hat die Krankheit die Leere ersetzt?

Es ist eine Absicht der Krankheit, die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken.

Auf die Entfaltung seiner selbst. Auf seine Erfüllung, seine Talente und Besonderheiten. Denn damit möchte sich die Seele hervortun, sie möchte besonders sein, sie möchte strahlen und auffallen! Sie möchte erfüllt sein!

Auch der Verstand möchte gefälligst nicht jedes Ziehen in der Schulter analysieren. Er möchte nicht ständig knobeln: «Heut hab ich wieder mehr Rückenschmerzen. Was kann der Grund gewesen sein?»

Die Seele möchte zwar die Aufmerksamkeit auf sich lenken, aber nicht auf Àusserlichkeiten wie den Körper. Nur die Persönlichkeit tut sowas.

Nur: Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das wird werden, gedeihen und wachsen. Das ist ein energetisches Gesetz. Wo fängt es an, zuviel Aufmerksamkeit auf die Krankheit zu richten?

Ob Sie nun beruflich oder privat mit diesen Menschen zu tun haben, versuchen Sie – anstatt sich jedes Zucken und Ziehen im Detail erklären zu lassen –  die Aufmerksamkeit des Betreffenden auf sein Selbst zu stärken.

Nicht auf die Vergangenheit, auf die Gegenwart! Auf sich selbst, nicht auf die Erkrankung. Auf wahren Fähigkeiten, Intuition, Wünsche, Talente und Ideen!

Es ist nie zu spät mit Dingen zu beginnen, grade auch dadurch, dass diese Beschwerden da sind. Genau deshalb sogar!

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Gemeint sind in diesem Artikel nicht ernsthafte und schwer therapierbare Erkrankungen, wie das zum Beispiel bei Multiple Sklerose der Fall ist. Ich meine nicht Erkrankungen, die den Betroffenen aus der Lebensbahn werfen und zwingen, drastische Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Es ist mir bewusst, wie viel Opfer und Mühsal das abverlangt.

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