EIGENE PRAXIS: Was gibt es zu tun auf dem 3. Podest?

Zemanta Related Posts ThumbnailWie bei einer Treppe die wir raufgehen, um dann bei den einzelnen Absätzen innezuhalten um durchzuatmen, habe ich in den letzen zwei Artikeln den Aufbau einer Praxis beschrieben.

(Was gibt es zu tun auf dem 1. Podest und auf dem 2. Podest?)

Ich wählte die Variante, wie sie bei vielen Heiltätigen, Masseuren und Coaches abläuft; Der Aufbau einer Praxis im Nebenerwerb, wo meist noch der angestammte Beruf weiter ausgeübt wird.

Was sich für diese Berufe gut anbietet und mindestens zu Beginn auch oftmals vernünftiger ist. Man wächst selbst mit –  mit seiner Arbeit und dem grösser werdenden Kundenkreis.

Ihre Praxis hat sich etabliert

Sie haben in diesen ersten Monaten fleissig Ihre Pläne umgesetzt. Das Arbeitspensum ist bereits mehrere Stunden die Woche, die Termine reihen sich hintereinander, es hat sich eine gewisse Arbeitsroutine eingependelt. Parallel dazu ist ihre Stammkundschaft gewachsen – Sie haben sich einen Namen gemacht. Wunderbar!

Wo Sie Energie reinstecken, das wächst. Das wollten Sie so. Nun kommen Sie an den Punkt, wo sich eine Entscheidung anbahnt.

Logisch oder?

In besten Fall haben Sie ihr Arbeitspensum (im Hauptberuf) bereits reduziert um mehr Zeit für Ihre neue berufliche Ausrichtung zu haben. Wenn nicht, dann kommen Sie jetzt langsam an die Grenze der Belastbarkeit. Uff, das kann nun eng werden!

Die grosse Entscheidung

Ich habe während meiner Seminare viele Teilnehmer erlebt, die genau da oder kurz vor diesem Punkt standen. Die Frage der 100% – igen Aufmerksamkeit auf den frei gewählten Beruf ist für viele eine grosse Vertrauensfrage.

Wenn es um das finanzielle Überleben geht, verstecken sich manche wieder hinter der Hobby-Nebenher-Variante. Schade!

Da möchte ich jetzt, ohne sie anrempeln zu wollen, zwei Punkte auf den Tisch bringen:

  • Wie ernst ist es Ihnen tatsächlich?
  • Haben sie einfach ein spannendes Hobby gesucht?

Jene unter Ihnen, die sich jetzt von diesen 2 Fragen nicht angesprochen fühlen, lesen den Artikel vielleicht gar nicht zu Ende. Bei Ihnen fliesst es, Sie indentifizieren sich mit ihrer beruflichen Ausrichtung und hatten nie etwas anderes im Sinn, als genau das zu tun. Sie räumen mit ihrem fachgerechten und routinierten Auftreten jeden Zweifel aus dem Weg, dass dies nicht funktionieren könnte.

Ob Nebenerwerb, Vollzeit oder wie auch immer. Sie können die Dinge trennen und keines wird darunter leiden.

Doch auch jene unter Ihnen, die es (inzwischen) nicht für real halten, ihr Geld mit diesem neuen Beruf zu verdienen, haben eine Ausbildung absolviert und diese damals für eine berufliche Neuausrichtung in Erwägung gezogen.

Oder haben Sie damals von möglicherweise gesprochen?

Auf jeden Fall wollten Sie das wirklich ernsthaft lernen und waren bereit, zu neuen Ufern aufzubrechen. Wenns dumm lief, musste man auch noch gegen ein paar Widerstände aus der Umgebung kämpfen.

Dafür brauchten Sie viel Überzeugung!

Soll das jetzt alles vergebliche Müh sein? Ist der Dampf raus?

Das ist, wie wenn man einen Samen sät, diesen keimen lässt und das zarte Pflänzchen hegt und pflegt, um die Pflanze später, wenn sie schön gedeiht, an den Schatten zu stellen und nicht mehr zu giessen.

Diese typische Ambivalenz  “ich will schon Leute, aber nicht zu viele”  oder “ich will schon, aber nicht so richtig”, kann sich in ein paar bösen Folgen für die Praxis zeigen:

Die innere Ausrichtung wird sich auf die äussere Haltung übertragen. Unbewusst wird der Kundenzulauf zurückgehalten.

So ein Stopp-den-Zulauf-Manöver ist es, wenn neue, kreative Ideen oder Verbesserungen nicht mehr umgesetzt werden. Es gibt Praxen, die seit Monaten und Jahren existieren und die weder angeschrieben sind noch in anderer Weise etwas auf ein Geschäft hinweist. Eine unbewusste Angst vor zu vielen Kunden kann sich in Äusserlichkeiten zeigen, die einfach nur fatal sind.

Es besteht die Gefahr, dass diese junge Praxis vor sich hindümpelt, weil man sie nicht wirklich fördert und nach aussen vertritt.

Der Kopf ist nicht bei der Sache. Grade wenn im Hauptberuf zwischenzeitlich höhere Anforderungen auf einem zu kommen, hat man einfach nicht die Energie für beide Berufe. Spätestens dann, wenn sich Unzuverlässigkeiten mehren (Termine vergessen/verschieben, auf Termine nicht vorbereitet sein und anderes mehr), sollten die Alarmglocken tönen.

Die Kunden werden das registrieren und können empfindlich darauf reagieren. Diese wollen nun mal ihr Geld dahin bringen, wo man bei der Sache ist und die Selbstständigkeit ernst nimmt.

Unaufmerksamkeiten kann man nicht mit tiefen Preisen oder ich tu das nebenher, rechtfertigen. Auch wenn der Kunde grosszügig reagiert, darf man sich nicht täuschen lassen. Gründe hin oder her, trotz allem möchte er, das die Leistung stimmt.

Es gibt die Aussage: “Mit so wenig Kunden, kann ich es nicht wagen die Praxis vollzeitlich zu führen, unmöglich!” Ja sicher, das scheint logisch! Aber haben sich diese Praxisbetreiber schon mal gefragt, dass es genau deshalb nicht so gut läuft, weil die Praxis nebenher geführt wird?

Abgaben Steuern, Versicherung: Eigentlich sollten diese Dinge schon auf dem ersten oder zweiten Podest gelöst worden sein. Doch manche Praxisbetreiber schieben es vor sich her. Auch deshalb, weil diese innere Entscheidung nicht klar ist. Das kann ins Auge gehen:
zum Thema Steuern  und besser keine Nachlässigkeiten

Wie geht das nun, mit “den zwei Herren dienen”?

Einer(s) wird darunter leiden. Die Chinesen sagen es noch markanter; die Schlange hat keine 2 Köpfe! Haben Sie den Kopf für zwei Berufe? Welcher wird darunter leiden? Welchen werden Sie fördern? Wo ist Ihr Herz, was verhindert der Verstand?

Wer im Leben immer auf der sicheren Seite bleiben möchte, wird kaum seine Erfüllung finden. Aber vielleicht ist der Heilberuf auch nicht ihre Erfüllung? Ist doch nicht so schlimm. Auch das kann passieren, wenn man wieder innehält, dass man dies jetzt weiss – und wirklich entscheidet, auf was man seine Energie in Zukunft ausrichtet.

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