PFLANZENPORTRAIT: Schärft den Blick auf das Wesentliche – Augentrost

Augentrost; Euphrasia rostkoviana Wenn ich Augentrost in der Natur entdecke, muss ich immer schmunzeln. Weiss nicht wieso. Kein “Wow” oder “Puah”, nur schmunzeln.

Vielleicht, weil ich die rennenden Wanderer vor mir sehe, die entweder quasselnd daherrennen, oder mit dem Blick in die Ferne schweifen?

Um Augentrost zu sehen, muss man auf den Boden schauen. Auf Wegränder.

Die Pflanze macht es einem auch etwas leichter, da sie nur in Gruppen wächst. Die Blüte erinnert an ein strahlendes Auge mit hübschen Wimpern. Die so lieblich anmutende Pflanze, ist in ihrem ganzen Wesen perfekt für unsere Augen geschaffen!

Ich behaupte, Augentrost immer zu sehen, wenn er da am Wegesrand steht! Ich weiss aber natürlich nicht, wann ich ihn übersehen habe!

Jeder hat mal einen blinden Fleck, sieht das Wesentliche vor seinen Augen nicht.

Das heisst verzetteln und  “unsere Mitte” aus den Augen verlieren.

Durch Ablenkung und haufenweise andere Verpflichtungen, merken wir manchmal nicht, wie sehr man sich von seinem Standort entfernt.

Was denn eigentlich wesentlich ist, was denn genau für Pläne man hatte.

Euphrasia hilft tatsächlich auf leise Art, den zentralen Punkt zu erkennen. Dann, wenn wir das Naheliegende vor unseren Füssen nicht mehr sehen können.

Erwähnenswert hier auch die Bachblüte Wild Oat, Nr.36. Auch sie schärft den Blick auf Wesentliches. Eine wunderbare Blüte, wenn man seine wahren Stärken aus den Augen verliert, das wirklich Wichtige nicht erkennt und sich dabei grauenhaft verzettelt.

Wer sich so verloren hat, macht das Leben häufig kompliziert. Wir können die Augen öffnen für das Dahinterliegende, oder vor den Füssen liegende, und auch, für die einfachen und schönen Prinzipien des Lebens.

Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch geschwinder als der ohne Ziel umherirrt. Gotthold Ephraim Lessing (1729-81), dt. Dichter d. Aufklärung

Bei Übermüdung und Reizung der Augen

Augentrost verdient sein Name. Er hilft erfolgreich bei Augenbeschwerden. Gemeint sind aber gleich vorweg; nicht jene Erkrankungen, die zur Abklärung zum Augenarzt gehören!

Bei Ermüdungserscheinungen durch Bildschirmarbeit oder UV-Licht. Bei trockenen Schleimhäuten, die durch Aufenthalt in geheizten Räumen entstehen. Dann fühlen sich die Augen an, als wäre Sand im Getriebe, der das geschmeidige Zwinkern bremst. Bei solchen Beschwerden handelt es sich um eine einfache Bindehautentzündung, die man gut mit Augentrost behandeln kann.

Weitere Indikationen sind Lidentzündung oder das Gerstenkorn. Manchmal auch solche Beschwerden, die einen nervösen Ursprung haben.

Während der Blütezeit ist die Heilpflanze besonders reich an Glykosiden, Flavonoiden und Gerbstoffen, eine Kombination, die für die entzündungshemmende Wirkung verantwortlich ist. Die Gerbstoffe üben zudem eine leicht zusammenziehende Wirkung auf die Schleimhäute aus, dadurch klingen Schwellungen, Rötungen und Irritationen schneller ab.

Tröstlich ist das Blümchen bei juckenden, tränenden Augen, wie sie bei Heuschnupfen, durch Wind, Kälte, Staub oder Kontaktlinsen ausgelöst werden.

Häufiger sind auch Reizungen durch schlechte Verträglichkeit von Kosmetika (Mascara, Lidschatten usw.).

Augentrost tröstet die Augen wirklich!

Beruhigen Sie ihre Augen mit Euphrasia-Kompressen. Das beruhigt und tut wohl!  Geben Sie 4-5 Tropfen einer guten Urtinktur in wenig Wasser. Dann tauchen Sie Watterondellen und legen diese ca. 30 Minuten auf die geschlossenen Augen. Das Ganze nicht zu kalt.

Möglich ist auch ein Augenbad. Gefässe dafür gibt es in der Drogerie/Apotheke.

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