PFLANZENPORTRAIT: Schachtelhalm – für Struktur und Ordnung

Equisetum, SchachtelhalmSimpel ist es die Signatur des Schachtelhalms zu erkennen. Mit blossem Auge sieht man die Knoten (Nodi). Die gut sichtbaren Abstufungen am Stengel erinnern an eine Wirbelsäule. Einfach gegliedert und ohne viel Schnickschnack, zeigt die Pflanze ihre klar geordnete und strukturierte Form.

Daraus das Wesen, passend zum Menschen, dem das Pflänzlein gut tut, zu erkennen, ist auch für den Laien recht einfach.

Waschechte Nierenpflanze

Schachtelhalm, im Volksmund auch Katzenschwanz oder Zinnkraut genannt, ist eine kraftvolle Nierenpflanze. Passend für Menschen, denen nicht leicht fällt sich zu organisieren, die, entweder etwas chaotisch sind oder ihre Gedanken schwer auf den Punkt (oder in eine Form) bringen können.

Hinweis: Equisetum ist in erster Linie ein harntreibendes Nierenmittel. Wenn Equisetum Tinktur ohne der harnfördernden Notwendigkeit eingenommen wird, kann das die Niere reizen, bwz. Nierenprobleme verursachen. Dabei muss auch genügend getrunken werden!

Tinkturen alleine ihrem Wesen entsprechend zu verwenden, ist nicht naheliegend (dazu besser Blütenessenzen). Wichtig ist vielmehr, die richtige (Nieren)Pflanze auf das Wesen des Menschen abzustimmen.

Zum Vergleich mit weiteren Nierenmittel: Urtika dioica (Brennessel) bei leicht erregbarem bis überschiessendem Wesen. Fraxinus (Esche) bei Menschen, die es allen recht machen wollen und unter grosser Spannung/Belastbarkeit stehen. Solidago (Goldrute) hilft eher dem empfindsamen Wesen, das sich mit Beziehungen und Freundschaften schwer tut, usw.

Indikationen der Schachtelhalmtinktur und Tee, gewonnen aus Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) sind: Oedeme (Wasseransammlungen des Gewebes), Rheuma, Blasenentzündungen, Nierengriess, Ausleitungs- und Fastenkuren, allgmeine Tendenz zu Wassereinlagerungen im Gewebe, “verschlacktes” Bindegewebe.

Strukturgebende Kieselsäure

«Im Schachtelhalm sind diejenigen Kräfte verkörpert, die für eine klare Gliederung und Strukturierung des Denkens und der Formbildeprozesse erforderlich sind.», sagt Roger Kaltermatten von der Ceres Heilmittel AG. Er war es auch, der mir mit einer Pflanzenlupe die winzigen Kieselsäurekristalle an den Blattunterseiten zeigte. Da staunt man, es glitzert und glänzt von winzigen Kristallen! Die Pflanze ist derart mineralienhaltig, dass sie kaum weiss wohin mit all der Kieselsäure. Kauen Sie ein kleines Pflanzenteil im Mund, knistert und chroset es, unglaublich!

Der Schachtelhalm ist Pflanze gewordenes Mineral. Ausser der grossen Menge an Kieselsäure sind es Kaliumsalze, Calcium, Magnesium, Aluminium, Eisen und Mangan. Für die ausleitende Wirkung ist besonders das Kalium verantwortlich.

Vorwiegend aus Kieselsäure besteht auch unser Bindegewebe. Der Bezug des Schachtelhalm zu den “formgebenden Geweben” unseres Körpers, die Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder,  ist beeindruckend. Sie holt überschüssige und verbrauchte Flüssigkeit aus dem Gewebe und puffert die Säuren, welche jenes belasten. Und nicht vergessen, auch Haare, Nägel und Haut benötigen Kieselsäure.

Weil die Pflanze auch Saponine enthält, also nebst dem seifigen auch einen schmirgelnden Effekt hat, wurde sie früher zum Waschen des Zinngeschirrs verwendet. Daher der Name Zinnkraut.

Mehr zur Verwendung als Tee und äusserliche Anwendung: http://www.kraeuterweisheiten.de/ackerschachtelhalm.html##Heilmittel

eine weitere schöne Wissensquelle: http://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/zinnkraut-neu.htm

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