THERAPIE: fliessen muss es!

Wasser Welle

 

 

«Schmerz ist der Schrei des Gewebes nach fliessender Energie.»

Ich weiss nicht mehr, wer das gesagt hat, spielt auch keine Rolle. Für mich ist dieser Satz zum grossen Leitbild meiner therapeutischen Arbeit geworden. Weil es sich bewahrheitet hat!

Hält der Mensch seine schmerzenden Gliedmassen still, macht er nicht das, was der Natur entspricht.

Was einerseits verständlich ist, er möchte vernünftig handeln und was weh tut schonen, andererseits, auch nicht an den Schmerz erinnert werden.

Kein Mediziner, Physiotherapeut oder Krankenpfleger empfiehlt heute mehr das Ruhig stellen. Man hat die Nachteile erkannt. Die Muskulatur ist bereits nach 2 Wochen kraftlos und so schlecht durchblutet, dass die Heilung verzögert wird. Langzeitgipsverbände gehören der Vergangenheit an. Nach Operationen wird nach wenigen Tagen wieder mobilisiert.

Mein Schwerpunkt in der Therapie ist die Meridianlehre. Wenn spezifische Bewegungen klemmen, sorge ich dafür, dass wenigsten die Meridiane über diese Stellen fliessen und der ganze Bewegungsapparat gleichermassen “im Lot” ist. Gelenke müssen gelöst und Muskeln durchflutet werden.

Es geht jedoch nicht nur um die unsichtbare Energie. Es geht ebenso um biologische Vorgänge. Das Blut muss fliessen um Stoffe zu den Zellen und Verbrauchtes von den Zellen wegzubringen. Auch die Lymphe heisst nicht umsonst Lymphfluss. Urin, Schweiss, sogar Tränen tun gut. Um eine Verbesserung einzuleiten, müssen die Körpersäfte fliessen.

Bewegung kann vieles sein und muss nicht bereits weh tun, nur weil man daran denkt. Sie kann aktiv sein, mit sanften Bewegungen, kurze Spaziergänge, Übungen. Oder es darf auch passiv geschehen, wo man sich durch einen Körpertherapeuten behandeln lässt.

Es versteht sich von selbst, dass ruckartige Bewegung, oder ein Bergmarathon nicht gemeint sind. Dafür fehlt der Sauerstoff und es kommt zur Übersäuerung. Energie tendiert dazu, an Ort und Stelle zu bleiben. Eine 1. Hilfe-Reaktion um die Disharmonie in der Körperstelle zu beheben. Das führt zu Hitze und zu Stauungen. Ein Teufelskreis.

Wir können die einschiessende Hitze kühlen, doch besser ist die Energie wieder ins Fliessen zu bringen.

Nehmen Sie das Bild eines Gewässers, ein Bach, ein Teich. Fliesst es nicht, bilden sich Algen, ein letzter Versuch Sauerstoff reinzubringen. Kippt die Geschichte ganz, fängt es an zu verrotten.

Die Wachstum einer Pflanze im Jahreszyklus von Reifung, Frucht und Samen bilden, ist ebenfalls ein Fliessen lassen im Rhythmus der Jahreszeiten. Nie käme es der Natur in den Sinn, etwas zu verlangsamen oder gar aufzuhalten. Es gibt keine Stillstand, das wäre ihr sicherer Tod.

Auch unser Leben ist diesem natürlichen Zyklus unterworfen. Nur wir Menschen meinen, wir können das umgehen, auslassen, stoppen. Wieviele bleiben stehen, nehmen weder freiwillig noch naturbedingt Veränderungen an? Was passiert wenn der Lebensimpuls, der Sauerstoff ausbleibt? Frustration ist wie verschimmeln, faul werden, vergammeln.

Das ist jetzt nicht despektierlich gemeint, sondern im übertragenen Sinne zu verstehen. Nicht selten symbolisiert auch ein schmerzendes Gelenk, dass das Leben nach Veränderung schreit.

Manchmal, glücklicherweise, kommen äussere Umstände und man muss verändern. Jetzt kann man entweder Danke sagen, oder dem Schicksal schuld geben und sich als Opfer fühlen. Verwunderlich ist, dass dann wieder Leben (statt Stagnation) in die Person kommt. Und wenn es nur Wut ist, immerhin!

Das tut mir echt weh, wenn ich das bei meinem Gegenüber fühle. Dann würde ich am liebsten einen Zwicker hinhalten. Einen Impuls, der Leidenschaft und Begeisterung erregt. «tu doch etwas, egal was, aber tu es!»

Auch wenn es für den Moment (noch) nicht “das Richtige” ist. «Bring dich ins Tun». Wer weiss schon immer vorher, was das Richtige ist? Das wird die Erfahrung schon zeigen.

Einlassen ist bewegen. Erfahrung ist fliessen lassen.

Erfahrung ist das Gegenteil von Stillstand. Jetzt kommt man vom toten Punkt ins Tun. Viele glauben ja, das gehe auch wenn sie anderen zuschauen und beobachten. Dann analysieren und urteilen sie: «Das kommt auch nicht gut raus, siehst es ja!».

Sie sehen nicht die innere Erfahrung des anderen. Sie suchen nach Punkten, die sie garantiert davon abhält, ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Dabei kommen sie sich oberschlau vor. Nur um den eigenen Hintern nicht lüpfen zu müssen.

Es gibt viele Tätigkeiten, die ins Fliessen bringen. Nicht nur körperliche Bewegung. Wer die Welt der Schwingungen versteht, wer weiss, wie sich sichtbare Schwingung in unsichtbare wandeln kann, und umgekehrt, der hört Musik, geniesst das fliessende Wasser in jeder Form, macht kreative Tätigkeiten und lässt Gefühle sprudeln.

E-Motion = Energie in Bewegung

Nichts ist verherender als Stillstand. Nicht nur im Körper, man sagt es von der Wirtschaft, vom politischen Leben, im Kern ist es der Stillstand im Bewusstsein.

Denken Sie an Strom im Elektrokabel, wenn er nicht fliessen kann, wenn er nicht transformiert werden kann. Es gibt einen riesen Knall. Das Element Feuer  – kommen Sie ins Tun!

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