PFLANZENPORTRAIT: Der Weissdorn – wenn das Herzchen komisch hüpft.

Fotolia_64243295_XSDas Phänomen ist häufig: Da legen sich die Leute zu einem Nickerchen hin, und dann können sie vor lauter Herzklopfen nicht wirklich ruhen. Dagegen sind sie müde und schlapp, wenn sie wieder was tun wollen/sollen.

Die vegetative Dystonie. Kein organisches Problem des Herzens, sondern ein Nervensystem, das etwas durcheinander ist. Das Herz im Ruhemodus, als wär man auf der Flucht, möchte man wieder eifrig aktiv sein, kommt es nicht in Fahrt.

Genau dafür ist eine Crataegus-Tinktur das passendste Herzmittel!

Behandlungsergänzung: Die Brustwirbelsäule, bzw. das passende Muskelsegment mit Körpertherapie in Ordnung bringen (Chiropraktik, Dorntherapie, Massageformen, Schröpfen, Ohrakupunktur, etc.). Das Herzrasen ist nicht alleine dem stressigen Gemüt zuzuordnen, sondern auch dem Herzsegment, dass auf Höhe des zweiten Brustwirbels entspringt (Th2 – Th3). Häufig tritt das Phänomen beim Mittagsschläfchen auf (Organuhr Herz 11.00 – 13.00 Uhr). Wichtig ist es “Aufputscher” zu vermeiden (E621 – erhöht den Puls!). Empfehlenswert zusätzlich Magnesium einnehmen.

Die zweite gute Anwendung ist die Kombination bei einer leichten Angina pectoris mit Aspirin cardio. Das dann in Absprache mit dem behandelndem Arzt. Lesen sie dazu das Beispiel weiter unten.

Stauung und Auflösung

Das Wesen des Weissdorns zeigt sehr eindrücklich seine Beziehung zum Herzen. Das Herz staut das Blut und hält es fest, bis es einen erneuten (elektrischen) Impuls erhält, das den Stau wieder löst und das Blut freigibt.

Auch im Leben halten wir viel zu oft an unseren Plänen oder Gewohnheiten fest. Dann kreuzen Dinge den Weg, es stockt, wir halten trotzdem weiter fest. Dabei wäre es besser, vorgefasste Wege und Ansichten zu verlassen um neue Impulse zuzulassen. Dann geht es wieder vorwärts. Dabei lernen wir und können unsere Erfahrungswelt auf eine neue Stufe führen.

Sind da zuviele vorgefasste Meinungen, sind wir stur und unflexibel, weil es genau so gehen muss wie geplant oder bewährt. Es kann sich ein Druck- und Beklemmungsgefühl in der Herzgegend zeigen. Weissdorn ist auch das Mittel für den emotionalen Herzschmerz. Doch nicht selten entwickelt sich daraus ein funktionelles Herzproblem.

Wollen wir weiterhin festhalten oder den Willen durchpauken, werden wir irgendwann müde oder verzweifelt. Wir müssen innehalten. Wenn es in uns ruhig wird, können wir Herzenswünsche wieder fühlen und plötzlich lösen sich die Dinge.

Hier ein sehr schönes Weissdorn-Behandlungsbeispiel. Ich fass mich kurz, doch doch das Beispiel vereint mehrere der hier genannten, typischen Punkte:

Eine 86 jährige Frau hat Schmerzen im Vorfuss. Sie kann kaum laufen und ärgert sich darüber, weil sie sehr gern unterwegs ist und ganz allgemein eine quirlige Dame ist. Das Röntgenbild zeigt tatsächlich degenerative Veränderungen der Zehengrundgelenke. Die bestehen aber schon länger, neu ist der Schmerz. Die körperliche Bewegung allzusehr einzuschränken, wär auch nicht die Lösung. Wir behandeln den Fuss, kommen aber nicht wirklich vom Fleck. Irgendwann bekommt sie auch Atemprobleme und ein Klemmen in der Herzgegend, wenn sie unterwegs ist. Das macht ihr Angst, sie traut sich bald nicht mehr aus dem Haus. Ich schick sie zur Abklärung zum Hausarzt. Er diagnostiziert eine leichte Angina pectoris, möchte trotzdem mit weiteren Herzmedikamenten warten (Bravo! Sie hat bisher nur ein Blutdruckmittel). Er ist mit der Einnahme von Crataegus einverstanden.

Nach ca. 3 Wochen bessern sich die Atemprobleme. Mir scheint auch, dass sie etwas flexibler (geistige Flexibilität – Bewegungsapparat!) geworden ist, d.h. sie rennt nicht mehr überall hin, lässt das eine oder andere sausen, geht gezielter Bekannte besuchen und nicht mehr 3 mal täglich ins Dorf. Sie geniesst vermehrt ihren Balkon. Damit sie trotzdem beschäftigt ist und Gesellschaft sehr geniesst, hat sie angefangen, Romme zu spielen!

Und siehe da, auch der Fuss ist plötzlich besser!! Nicht komplett weg, aber die Schmerzen seltener, sie treten in den Hintergrund.

Sie sehen in diesem Beispiel das nicht Aufgebenwollen von alten Gewohnheiten, dadurch die Stagnation, ausgdrückt durch den Fuss und die Atmung (frei gehen und frei atmen), den Tagesrhythmus beibehalten wollen, das Ruhebedürfniss des Alters ignorieren, etwas unflexibel, trotzdem kraftvoll alle Pläne durchboxen wollen, nicht genügend zur Ruhe kommen, keine neuen Ideen entwickeln.

Ein bisschen flexibler sein und mit neuer Begeisterung dem Weg des Herzens folgen.

Der Weissdorn ist auch ein Mittel bei Müdigkeit. Bedingt durch obengenannte Gründe. Zu diesem Thema, wenn auch aus einem etwas anderen Grund, passt auch der Rosmarin. Beide geben frische Impulse und lassen die Lebenssäfte wieder fliessen. Der eine durch Besinnung/ Ruhe und der andere durch frische Begeisterung!

Der Weg des Herzens ist nur möglich, wenn alte Strukturen abgebaut werden. Das will der Weissdorn sagen! Er hilft den Rhythmus des Lebens zu bestimmen. Deshalb ist er oft bei älteren Menschen angezeigt. Typisch auch: Wenn bei Todesfällen alles so belassen wird (gebrochenes Herz, emotionaler Herzschmerz)

Wirkungsweise: Weissdorn verbessert die Arbeitsleistung des Herzmuskels, verringert die Reizschwelle für die Erregbarkeit und wirkt rhythmusstabilisierend.

Weissdorn ist in der Regel ein Langzeitmittel. Ich verwende die Tinkturen von Ceres und diese dann hauptsächlich auf die Zunge eingenommen. Bei Crataegus habe ich die Erfahrung gemacht, dass er in Wasser eingenommen besser wirkt. Muss man probieren, was besser funktioniert.

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