THERAPIE: Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Mikronährstoffen

MedikamenteDa schluckt man einen Cholesterinsenker um einem Hirnschlag vorzubeugen, nimmt Zuckertabletten damit sich kein handfester Diabetes entwickelt, wird dabei aber von Tag zu Tag müder, kriegt Schwindel oder ist dauernd erkältet.

Das kann passieren, wenn Langzeitmedikamente Interaktionen (Wechselwirkungen) mit Mikronährstoffen machen.

Insbesondere ältere Menschen nehmen häufig mehrere Medikamente gleichzeitig ein. Es ist bekannt, dass durch diese Polymedikation Wechselwirkungen zwischen den verabreichten Arzneistoffen auftreten können. Dass die regelmässige Einnahme von Medikamenten jedoch auch den Stoffwechsel von Mikronärstoffen beeinflusst, wird noch viel zu wenig beachtet.

Ob das jetzt ihre Mutter oder den Grossvater betrifft, sie also aus privaten Gründen ein Auge darauf haben. Oder wir als  Therapeut in der Anamnese ganz spezifisch danach fragen. Denn häufig ist die Einnahme dieser Medikamente für den Betroffenenen so “normal” geworden, dass er durchaus vergisst, sie zu erwähnen.

Das sind die schwarzen Schafe:

Das bekannteste Beispiel sind die sogenannten Wassertabletten (Diuretika). Sie werden bei hohem Blutdruck eingesetzt und können – da vermehrt Wasser ausgeschwemmt wird – zu einem Elektrolyt-Verlust führen (Elektrolyte sind Natrium, Kalium, Calzium, Magnesium usw). Das wiederum ist gar nicht gut für’s Herz. Dasselbe bringen auch die Blutdrucktabletten fertig (sogenannte ACE-Hemmer). Hier ist das Zink betroffen. Da hat man dann den Blutdruck im Griff, dafür drohen hohe Zuckerwerte oder ist ständig erkältet.

Ein “Magenschutz” (Protonenpumpenhemmer) das parallel zum Schmerzmittel eingenommen wird, kann zu Blutarmut führen. Diese Medikamente begünstigen einen B12 – und Eisenmangel. Dazu kommt noch, dass sowohl der Magenschutz wie auch das Schmerzmittel (jene mit Wirkstoff Acetylsalicylsäure), wenn längere Zeit eingenommen, einen Vitamin C-Mangel begünstigen.

Dann die Cholesterinsenker (meiner bescheidenen Meinung nach die überflüssigsten Medikamente überhaupt), wo die Nebenwirkungen sowieso schon beträchtlich sind. Der Wirkstoff Statin macht Wechselwirkungen mit Q10 und Vitamin D. In jüngerer Zeit wird Vitamin D in der ärztlichen Praxis wieder viel häufiger abegegeben. Zum Glück!

Den sogenannte “Alterszucker” wird überaus häufig mit dem Medikament Metformin behandelt. Schön und gut. Personen die Zuckertabletten einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko, einen Vitamin B12Mangel und eventuell auch einen Folsäure-Mangel zu entwickeln. Beim B12 wird vermutet, dass die Aufnahme (Absorption) gestört wird. Was es für einen Einfluss auf die Folsäure hat, ist bisher nicht bekannt. Was aber nichts daran ändert, dass beide Mangelerscheinungen zu einer Anämie führen (auch neurologische Störungen).

So gibt es noch viele Beispiele. Wenn ich nur an die Pille denke, an Abführmittel, oder an den hohen Schmerzmittel- und Rheumatablettenkonsum.

Quellen: Zum Teil lässt sich das im Beipackzettel der Medikamente selbst nachlesen, wenn nicht, bohren sie tiefer. Ein gutes Nachschlagewerk, dass ich übrigens an einem Ärztekongress gekauft habe (folgedessen auch in der Ärzteschaft verbreitet ist) ist das Buch von “Gröber, Mikronährstoffe, Metabolic Tuning- Prävention- Therapie. Herausgegeben vom Wissenschafltliche verlagsgesellschaft Stuttgart. Vom selben Autor gibt es auch das Buch: Interaktionen- Arzneimittel und Mikronährstoffe für die Kitteltasche.

 Was kann man tun?

Fragen Sie ihre Patienten nach diesen Langzeitmedikamenten. Da solche Medikamente jahrelang eingenommen werden, ist das Bewusstsein für diese Problematik schon sehr wichtig. Kommt dazu, dass besonders ältere Menschen weniger essen, sich weniger bewegen usw.

Tauchen neue Symptome auf (bedingt durch die Mangelerscheinungen), folgt oftmals – statt einer wirklich sinnvollen Supplementierung dieser Mineralien, Spurenelemente und Vitamine – eine Erhöhung der Dosierung des verursachenden Medikaments oder, noch viel blöder, das nächste Medikament!

Eine gute Supplementierung von Mikronährstoffen

  • optimiert die Wirkung des Arzneimittels
  • Verhindert eine Störung des Mikronährstoffhaushalts durch das Medikament
  • Reduziert das Risiko von unerwünschten Arzneimittel-Nebenwirkungen
  • Verbessert die Lebensqualität

Wenn Sie nun als Therapeut oder auch im privaten Bereich nicht genau wissen, welches dieser Stoffe mangelhaft ist, empfehl ich ihnen ein gutes Multi- Vitamin- und Mineralienpräparat (parallel zur Medikamenteneinnahme). Möglichst aus natürlichen Quellen, ausgewogen und gut verträglich. Denken Sie hier auch an Moringa, an den Floradix Saft von Salus (v.a. Eisen und B-Vitamine), an CELA von Burgerstein. Es gibt so vieles, fragen Sie in der Drogerie oder Apotheke. Dazu sollte auch die Ernährung möglichst viel Nüsse, Trockenfrüche, gesunde Öle (Kokosöl!!) Fisch, Obst und Gemüse enthalten.

zum guten Schluss:

“Im Jahre 2012 wurden in der Schweiz kassenpflichtige Medikamente im Wert von merh als 4 Mrd. CHf abgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 3,6%. Die Anzahl der Personen, die in der Schweiz regelmässig Medikamente konsumieren steigt. So zeigte eine schweizerische Gesundheitsbefragung im Jahre 2012, dass fast jede zweite Person (48.6%) in der Schweiz in einem Zeitraum von sieben Tagen mindestens ein Medikament eingenommen hat.”

Bundesamt für Statistik, Medikamentenkonsum insgesamt (7 Tage) nach Alter, Geschlecht, Sprachgebiet … Exceltabelle

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