PFLANZENPORTRAIT: Ginkgo – wenn Pflanzen auch das Gehirn nicht vergessen.

ginkgo bilobaAls meistverwendete Arzneipflanze überhaupt, verwundert es nicht; Auf Werbung und Flyern, als Buchcover oder Logo, in Zeitschriften und Schaufenstern, überall schaut einem das Ginkgoblatt entgegen.

Jeder Laie kennt es. Es ist wohl eines der am häufigsten abgebildeten Pflanzenteile überhaupt.

Und eine der ältesten beschriebenen Pflanzen ebenfalls.

Ginkgo, ein Baum, der mit seiner Kraft und Widerstandsfähigkeit allen bisherigen Herausforderungen seines nun schon 300 Millionen Jahre alten Lebens erfolgreich begegnet ist. Die Pflanze gilt als ältester Baum der Erde. Charles Darwin bezeichnete ihn gar als Fossil. Quelle: https://www.deutscheumweltstiftung.de/index.php/ginkgo

Fast sind mir die Tränen gekommen, als mein Partner mit unserem Bäumchen vor mir stand. Der ganze Wurzelballen von Mäusen abgenagt! Das ist jetzt Jahre her und ich hab keines mehr gepflanzt. Nicht weil ich mir keines mehr gewünscht hätte, sondern, hätte der Baum seine stattliche Grösse je erreicht, unser Garten schlicht zu klein gewesen wäre.

Schauen Sie hier auf der Insel Mainau.

Vielleicht hat das kleine Pflänzchen vorausschauend mitgedacht? Ums Denken geht es bei Ginkgo. Und um die Gegensätze, die Polaritäten. Alles hat eine Kehrseite der Medaille. Ich habe nur den wunderschönen Baum gesehen und nicht an seine Platzansprüche gedacht.

Gegensätzliches vereint sich in allen Dingen. Oft stehen wir in einem Spannungsfeld dieser Polaritäten und versuchen uns für eine der zwei Seiten zu entscheiden. Und die andere zu missachten. Wir wägen ab, nehmen Dinge demütig in Kauf, anstatt dass wir versuchen beide Seiten anzunehmen. So wie es das Gehirn macht. So wie es uns das Ginkgoblatt zeigen möchte. Das Gehirn ist das einzige Organ in unserem Körper, dass beide Pole in sich birgt und vereint.

Meist denken wir in Gegensätzen. Doch weder das Eine noch das Andere ist richtig. Es ist immer ein Sowohl-als-auch. Nur das Gleichgewicht der Gegensätze schafft Vitalität. Nur das harmonische Zusammenarbeiten beider Hirnhälten durchblutet das Gehirn optimal.

Ist dieses Gleichgewicht in Gefühl und Verstand nicht da, wiegen die Nachteile zu schwer und ist die Leidensgrenze erreicht, entsteht ein grosses Spannungsfeld. Nur um die “eine Seite” zu haben, kann nicht alles andere in Kauf genommen, ignoriert oder aufgezwungen werden.

Eine solche Lebenssituation fordert Kraft. Denkkraft! Das Hin und Her schwanken/denken führt zu Konzentrationsmangel, Orientierungslosigkeit und kann sich psychosomatisch im Schwindel äussern.

Beliebt ist Ginkgo in der Phytotherapie als Mittel für das Alter. Zur Verbesserung des Gedächtnisses, der Konzentration und dem sogenannten Altersschwindel (resigniert Hinnehmen bedeutet Stagnation und Orientierungslosigkeit).

Dieser therapeutische Einsatz der Pflanze ist zwar gut, doch nach meinen Erfahrungen häufig auch schwierig. Oftmals haben Senioren derart viele ärztlich verordnete Medikamente, dass eine Ginkgotinktur einfach nicht die nötige Kraft besitzt. Zudem ist sie ein Langzeitmittel. Oft fehlt die Geduld und das nötige Verständnis, häufig wählt diese Patientengruppe den Gang zum Arzt.

So nutzte ich den Einsatz von Ginkgo in meiner Naturheilpraxis eher bei Hyperaktivität und Konzentrationsproblemen von Kindern und Jugendlichen. Dann zusammen mit Omega 3 (DHA), Ernährungsumstellung (Natriumglutamatfrei!) und wenn nötig, anderen therapeutischen Methoden. Eine Ginkgotherapie ist wirkungsvoll als Alternative zur Ritalinbehandlung oder begleitend zum Absetzen von Ritalin (während einer Ritalinbehandlung sinnlos)

Diese Kinder haben schlichtweg nicht die Kraft, Ihre oftmals schwierige Schul- und auch Familiensituation in harmonischen Gleichklang mit ihrem altersgerechten “Kindsein” zu bringen. Diese typische Spannungssituation fördert die Hyperaktivität und geht auf Kosten der Konzentration. Ginkgo belebt und durchblutet sanft das Gehirn, hat einen positiven Einfluss auf Neurotransmitter (Acetylcholin) und Stresshormone (Cortisol und Adrenalin). Faktoren, die die Kinder permanent überdrehen lassen. (Anmerkung: dies ist eine Vermutung von mir!)

 

 

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