INTERNETKLAU: Teil I – Fotografie –

Internetklau – Woher krieg ich (legal) meine Fotos?

Ein Bildchen da und dort. Für die Homepage, zur hübschen Gestaltung eines Flyers oder anderer Werbemittel.

Da ist es verlockend, ein passendes Foto irgendwo runterzuladen. Ganz schnell und ruckzuck finden wir die schönsten Fotos über eine Suchmaschine. Die Bilder lassen sich problemlos auf dem eigenen Rechner speichern und immer wieder verwenden. Zu leicht ignoriert man den Vermerk „Dieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt“. (Google Bildersuche)

Das Dies ganz schief laufen kann, habe ich vor ein paar Jahren selbst erlebt:

Für ein Massageseminar benutzte ich eines dieser schönen, harmonischen Bilder; Frau wird massiert, schönes Licht, viel Öl. Das Bild hatte ich sorglos geholt, irgendwo, ich glaube aus der Homepage eines Wellnesshotels im Tirol.

Ich war damals noch ziemlich unbekümmert in diesen Dingen. Ehrlich gesagt, holte ich mir in den ersten Jahren alle Fotos auf diesem Weg. Später, als ich Urheberrechte beachtete und bereits „umgestellt“ hatte, holte mich meine Dummheit ein.

Ich bekam ganz dicke Post aus Kanada. Genau dieses Bild hatte ich nie „ersetzt“, und es wurde vom Urheber gefunden. Eine professionelle Bildagentur wollte mich verklagen. Der ganze Text in Englisch, der Ton ziemlich dramatisch. Und die Strafe auch. über 3000 Dollar hätte ich bezahlen sollen! Offenbar wurde dieses Foto ursprünglich bei dieser Bildagentur gekauft. Hinweis: Fotos können sichtbar gekennzeichnet sein, aber auch unsichtbar. Sie sind für den Urheber gegebenenfalls problemlos im Internet auffindbar.

Ich suchte also eine Rechtsberatung auf. Mit ziemlich viel Glück kam ich heil aus der Sache heraus. Nicht auf die feine Art.  Ich bin auch überhaupt nicht stolz darauf, das können Sie mir glauben.

Nur 2  Wege führen zu legalen Fotos:

  • Sie machen sie selbst
  • Sie kaufen sie.

Fotos selber machen

Ich kenne einige Leute, die fotografieren ganz wunderbar ihre Bilder selbst.  Es versteht sich jedoch von selbst, dass die Qualität wirklich gut sein sollte. Sonst ist der Schaden zu gross und ihr Werbeauftritt einfach Schei… .  Macht eine Freundin oder ein Bekannter  ihre Fotos, benötigen Sie theoretisch deren Erlaubnis für eine Veröffentlichung.

Fotos kaufen

Im Internet finden Sie professionelle Bildagenturen, die sich auf den Verkauf von Fotos spezialisiert haben. Geben sie einen Suchbegriff ein und Sie finden die schönsten Fotos.  Bezahlbar und in Super Qualität! Es gibt sie in verschiedenen Auflösungen und Grössen, zudem unterstützen Sie damit den Fotografen, der dieser Bildagentur angeschlossen ist.

Mein Favorit unter den Bildagenturen ist www.fotolia.com. Weitere sind www.pixelio.de oder www.bildunion.de (Hier das Resultat mit Eingabe des Suchbegriffs „Massage“.

Bei Bildagenturen ist meist eine Kreditkarte nötig. Bei fotolia.com lassen sich Credits kaufen. Credits sind eine Kunstwährung, wie Chips. 1 Credit ca. 0.80 Euro. Wenn Sie einmalig 20 Credits kaufen wird jedes gekaufte Foto vom Creditbetrag abgezogen. So brauchen Sie  nicht jedes Foto umständlich einzeln zu bezahlen.

Wesentlich teurer sind professionelle Fotografien. Falls Sie einen Fotografen engagieren um schöne Bilder ihrer Praxis oder ihrer Heilmethoden zu machen, klären Sie ab, wer nun die Rechte auf die Bilder besitzt. Sie oder der Fotograf?

Beispiel: Nehmen wir an, Sie bieten Hot-Stone-Massage an und möchten ein schönes Bild von einem Fotografen. Theoretisch hätte dieser das Recht auf dieses Foto. (nicht automatisch Sie als Kunde, obwohl Sie es bezahlt haben). Er könnte also damit machen was er will. Z.b. ein Bildarchiv anbieten. Braucht nun ein anderer Therapeut ein schönes Hot-Stone-Foto, könnte er dieses weiterverkaufen. Rein theoretisch – aber wer weiss, vielleicht wird dieses Foto zu ihrem Markenzeichen? Was würden Sie dazu sagen, wenn es (dieses Foto) irgendwo anders auftaucht?

 Hier sollten Sie besonders vorsichtig sein:

→ Alle was Online geht. Also auch Fotos in einem Blog, auf Facebook oder in Online Shops.

→  Bei allen Drucksachen, die Ihren Firmenauftritt repräsentieren.

Es ist verboten Fotos zu veröffentlichen, deren Rechte sie nicht besitzen.

Das heisst genau: Das Bild ist nicht selbst gemacht, das Bild hat kein Fotograf für Sie gemacht und Sie haben es nicht selbst in einer Bildagentur gekauft.

Checkliste:

√  Wie steht es mit Ihrem Logo. Enthält es ein Foto? Woher kommt es?

√  Was haben Sie für Fotos online gestellt? Auf der Homepage, in einem Netzwerk, einem Profil, einer Seminarausschreibung oder anderes?

√  Gibt es Drucksachen, die geändert werden sollten?

√  Wer hat Ihre Homepage gemacht? Wurde dabei auf diese Thematik geachtet? Wissen Sie, woher die Bilder stammen?

Anzumerken ist, dass Fotos nicht zwingend  mit  einem Copyright gekennzeichnet sein müssen. Auch wenn sie keinen Vermerk haben, sind sie geschützt.  „Der Schutzvermerk „Copyright“ oder © muss also nicht, er kann aber verwendet werden“. Zitat www.copyright.ch

Sonderfall Illustrationen

Zur Illustration von Seminarunterlagen, Schularbeiten oder anderen Projekten, kann es notwendig sich einer Online-Enzyklopädie (z.B. Wikipedia, medizinfo.de ) zu bedienen. In diesem Fall ist die Quelle anzugeben.

Links zum Thema:

www.copyright.ch

http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrechtsgesetz_(Schweiz)

Nachrichten; Foto-Klau im Internet. Täter muss doppelten Schadensersatz bezahlen.

Internetklau – Teil II – Texte

2 thoughts on “INTERNETKLAU: Teil I – Fotografie –

  1. Liebe Maria was für ein toller Artikel. Das ist natürlich ein Thema für alle die sich selbstständig machen und auf gute Aufnahmen angewiesen sind. Ich habe eine Visitenkarte drucken lassen via Internet und abgeklärt ob ich das Foto für einen Flyr verwenden darf, was mir die Agentur verneinte, da sie nur die Rechte für Visitenkarten besitzen!?!? sehr ulkig!
    Hab da natürlich nochmals Glück gehabt und dann selber ein Foto aus meinem Archiv verwendet. Danke für die Tips und die Adressen. Liebe Grüsse Romy

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