PFLANZENPORTRAIT: Hopfen und die Suche nach Leidenschaft.

Hopfen1Interessant, auch Hopfen ist ein Cannabisgewächs. Und so unterschiedlich sind diese Pflanzen auch in ihrem Wesen nicht.

Hopfen symbolisiert den Rückzug. Der Hopfentypus möchte abschalten. Den Alltag loslassen, seine Verantwortlichkeiten und Pflichten vergessen und den Feierabend im Kreise Gleichgesinnter geniessen. Durch diese Distanz zur Alltagsrealität, können sich Spannungen lösen, das Gemüt wird fröhlich und leicht.             

Hopfen steht für Rückzug, Fröhlichkeit, Leichtigkeit, und gilt von je her als schlaffördernd und beruhigend.

Bereits im Mittelalter rühmte Paracelsus die schlaffördernden Eigenschaften. Das bewirken Wirkstoffe wie Lupulon, Humulon, Linalool, äth. Oele, Labolit, Harze, Gerbstoffe, sowie Hopfenbittersäure.

  • Schlafprobleme bei älteren Menschen, die sich innerlich zu sehr zurückziehen und dadurch tagsüber schläfrig sind und nachts wach liegen.
  • Spannungspotential von “wollen und nicht können” und dadurch entstehende Nervosität und Antriebsstörung.

Speziell ist die Beziehung zur hormonellen Balance.

Hopfen als Heilpflanze enthält Phyto-Östrogene, die bei einschneidenden, hormonellen Lebensabschnitten regulierend wirken.             

  • Anaphrodisiakum für Männer. Wirkt beruhigend auf die Libido.
  • Phyto-Östrogene können in den Wechseljahren der Frau den gestörten Hormonhaushalt stabilisieren. Anmerk: Das Sie ebenfalls sedierend auf die Libido der Frau wirken, kann ich nur vermuten. Hildegard Kalbermatten (Ceres HeilmittelAG) erwähnte mit Nachdruck den Bezug zur männlichen Lidido. Meine Erfahrungen können dies nur bestätigen. Insbesondere junge Männer.

Ganz besonders in der Pupertät.

Manchmal betrübt es mich ein wenig, dass unsere Jugendlichen vorschnell be – oder verurteilt werden. Bedenkt man, was in diesem Alter hormonell alles passiert?! Eine überaus diffizile Meisterleistung der menschlichen Biologie. Und ich staune, sie kriegt das (meist) problemlos hin. Da darf man als Jugendliche oder Jugendlicher schon mal etwas daneben sein!           

Wenn Jugendliche die Nacht zum Tag machen, nervös umher schiessen und dabei auch mit ganz starken Stimmungsschwankungen kämpfen, dann denke ich ziemlich schnell an Lupulus/Hopfen.

Hopfen wirkt regulierend auf die innere Unruhe und  Spannungen im sexuellen Bereich und der damit verbundenen Suche nach Ablenkung und Ausschweifung.              

  • bei frühem Einsetzen der hormonellen Situation. v.a. bei Jungs.
  • Unruhe, die in Aggression oder Depression führen.
  • Schlafprobleme, reguliert Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Bei Pupertätsdepression. (möglich zusammen mit Johanniskraut/Hypericum)

Die Wesenskraft des Hopfens hilft, die erwähnten Spannungen dadurch aufzulösen, dass sie das kreative Potenzial in die richtigen Wege leitet. Durch diese Entspannung kann ein “echter innerer Frieden” gefunden werden.              

Anwendung:

  • Lupulus von Ceres (Urtinktur) oder andere hochwertige Urtinktur.
  • für den Schlaf: Abends 1-2 x 3-5 Tropfen
  • Als Begleitmittel für hormonelle Lebensabschnitte. 1-3- mal Täglich 2-5 Tropfen. max. 1 Monat. Dann Pause von 2 Wochen.
  • Tropfen in wenig Wasser oder auf die Zunge.
  • Ceres Urtinkturen sollten nicht ohne körperliche Symptome verabreicht werden. (Also nicht nur aus rein emotionalen Gründen). Typische körperliche Symptome sind Schlafstörungen oder nervöse Magenbeschwerden. Oder Symptome von hoher Anspannung wie z.B. Kopfschmerz. Muskelbeschwerden. Kreislaufprobleme.
  • Da Hopfen hormonregulierendes Phyto-Östrogen enthält, darf er nicht bei Schlafproblemen von Kindern eingesetzt werden.  

Hopfen2

Bezug zur Bachblütentherapie 

Hopfen erinnert mit in seiner Heilwirkung stark an die Bachblüte Agrimony Nr.1.

Das Wesen von Agrimony ist ebenfalls die hohe innere Anspannung, die durch Ablenkbarkeit und Geschäftigkeit abgebaut werden will. Und Agrimony ist nicht gerne alleine. Wird nicht gerne auf sich selbst zurückgeworfen. Möchte nicht an sich und seine Themen erinnert werden.

Hopfen und die Mönche 

Meister im Bierbrauen waren die Mönche. Sie gründeten die ersten, geregelten Bierbrauereien in den Klöstern ganz Europas. Die Geistlichen nutzen Hopfen als Mittel zum  fröhlichen Rückzug und Abbau von sexuellen Spannungen.

Hopfen im Garten  

Brauchen sie eine Kletterpflanze, die bereits im ersten Jahr “etwas hergibt”? Ich kenne keine schneller wachsende Kletterpflanze als Hopfen. Einfach erstaunlich! Die Triebe klettern problemlos überall hoch. Gefällt es der Pflanze, wird sie riesig. Sie kann problemlos in einem einzigen Sommer einen ganzen Pavillon überdachen.

Wird sie zu gross, schneidet man sie einfach zurück. Im Herbst  dann fast ebenerdig. Die mehrjährige Pflanze ist sehr robust, hat ein schönes Blattwerk und die Zäpfchen, jetzt im September, sind eine wunderschöne Zier. In Bayern werden sie oft getrocknet und am Eingang eines Biergartens aufgehängt.              

Nach links, auf und davon.         

Hopfen ist ein Linkswinder. Also der Verlauf der Triebe, wenn diese in die Höhe klettern, geht nach links rum (Aus Pflanzensicht gesehen). Eine eher seltene Erscheinung in der Pflanzenwelt. Es gibt die Meinung, dass Linksdreher “schlechte” Energien ableiten. Also gegen die Beeinflussung/Ablenkbarkeit von Aussen mit einer Besinnung auf sein Inneres. Siehe auch den Beitrag über Vinca minor/Immergrün         

    

Linktipps:             

Hopfen im Wikipedia             

Klosterliche Brauereien im Mittelalter.             

Bildquelle: Dynamica, Maria Hug 

 

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