JUGENDLICHE . wenn sich Teenies besaufen.

Den Zustand, den ich meine, kann man nicht stilvoller ausdrücken. Alkoholisiert oder betrunken trifft es nicht. Immer öfter endet das Rauschtrinken in besorgniserregenden Zuständen.

Das kann gefährlich werden.  Alkoholvergiftungen benötigen Betreuung und sofortige 1. Hilfe.

Wir Eltern sind nicht dabei. Und können auch keinen Leibwächter beiseite stellen. Was wir aber tun können, ist unsere jugendlichen Söhne und Töcher darüber informieren, was in solchen Situationen dringend zu tun ist. Denn sie sind es, die mit der Clique unterwegs sind, sie werden zum Beobachter, Teilnehmer oder auch Passant.

Ein Ereignis, das mir mein 17-Jähriger erzählte, macht mich auf dieses „neue Problem“ und der damit verbundenen Verantwortung für unsere Jungen aufmerksam.

Tizian erzählte, ein junges Mädchen, er kannte sie nur flüchtig, stiess am Stadtfest auf ihre Gruppe. Sie war bereits betrunken und nach 1 Stunde erbrach sie sich auf dem Trottoir. Und konnte nicht mehr aufstehen, erkannte niemanden mehr …,

Ich fragte ihn; Was habt ihr mit dem Mädchen gemacht. Ich hoffe, Ihr habt sie nicht liegengelassen und seid weiter gezogen?

«Nein», sagte er, »Wir haben einen Taxifahrer überredet, das Mädchen nach Hause zu fahren«. Was Einiges gebraucht hätte. Denn Erstens konnten sie nicht den offiziellen Preis für diese längere Strecke bezahlen und Zweitens nehmen Taxisfahrer verständlicherweise auch keine Betrunkenen in ihr Auto. Schliesslich hätten sie sich zu viert und zähneknirschend die Kosten geteilt.

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Also Jungs und Mädels;

Manchmal ist ein bisschen Zivilcourage eine wirklich wunderbare Geste!

Übrigens, habt ihr gewusst, dass Frauen Alkohol viel schlechter vertragen als Männer?  Nein, nicht nur wegen des Körpergewichts oder „schwaches Geschlecht“ oder sowas. Weil Frauen weniger vom Enzym ADH (Alkohol-Dehydrogenase) haben, welches den Alkohol bereits im Magen abbaut.

Das ist einfach so. Von der Natur eingerichtet.

Ich habe nicht die Absicht, euch eine Moralpredigt über Alkohol zu halten. Es soll zwar Menschen geben, die fehlerfrei sind …? In welchem Zoo sind die?

Es geht mir um etwas Anderes. Um das Danach, das Nachher.

 

Gemeint ist nicht, dass ihr jedem Betrunkenen 1. Hilfe leistet. Das ist tatsächlich naiv. Der wird wahrscheinlich nur sauer!

Es geht nicht um den Kollegen, der euch lustig unterhält, wenn ihr’s irgendwo abhängt.

Es geht nicht mal um denjenigen, der durch die Gegend wankt und sich später unter den Tisch säuft. Oder sonstwo einpennt.

Und es geht auch nicht um Diejenigen, die toben, randalieren oder aggressiv werden. Tönt blöd, aber die sind wenigstens noch munter.

Es geht um jene Betrunkenen, die nicht mehr viel sagen, die am Boden liegen, die Augen geschlossen und doch nicht schlafen. Oder sogar die Muskulatur verrückt spielt, starre Gliedmassen, Zuckungen oder einen starren Augenausdruck haben. Dann, wenn sie wimmern, stöhnen oder komisch atmen, und euch nicht mehr wahrnehmen!

Es geht um Alkoholvergiftung! Und wer kriegt das mit? Ihr!

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Es muss dann gehandelt werden, wenn der Betroffene,

  • nicht mehr stehen kann. Die Motorik nicht mehr unter Kontrolle hat.
  • Bewusstlos wird. Oder kurz wegtritt.
  • nicht mehr ansprechbar ist.
  • Unkontrolliert Blase oder Darm entleert.
  • Zwar erbricht, aber dabei nicht die „nötige Haltung“ einnehmen kann. Gefahr der Aspiration von Erbrochenem.

Der Betreffende darf nicht allein gelassen werden und/oder muss nach Hause begleitet werden. Bis hinter die Eingangstür.

Sofort ärztliche Hilfe, wenn:

  • der Betreffende nicht erbrechen kann.
  • Wenn die Pupillen weit werden und auf Licht nicht mehr reagieren.
  • Der Betreffende nicht mehr ansprechbar ist.
  • Bei Bewusstlosigkeit. Auch vorübergehender.

1. Hilfe

  • Zum Erbrechen bringen!!!! Notfalls auch mit dem eigenen Finger.
  • Atmung beobachten. Auffordern zum regelmässigen Atmen. Schön ausatmen! Gefahr der Hyperventilation
  • Puls fühlen. (Gefahr des Kreislaufkollaps)
  • Seitenlagerung. (Gefahr des Einatmens oder Verschluckens von Erbrochenem)
  • Zudecken. Auch wenn die Haut warm scheint. (Gefahr der Hypothermie/Unterkühlung)

Was nicht geschehen darf.

  • Den Betroffenen liegen lassen.
  • alleine liegenlassen.
  • Im Freien liegenlassen.
  • Alleine gelassen werden, auch wenn es ihm/ihr nach dem Erbrechen wieder besser geht.

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Ein Auge darauf werfen

Wenn dein Kamerad oder deine Kollegin liegen gelassen werden, kann es passieren, dass der Kreislauf zusammenbricht. Medizinisch ein „Kreislaufschock“. Zudem sinkt durch die toxische Wirkung des Ethylalkohols die Temperatur – und Schmerzempfindlichkeit. Ein Mensch, der in diesem Zustand nachts im Freien liegt, kann erfrieren.

Liebe Jugendliche, ist euch bewusst, wie gefährlich Schnäpse sind? Ihr wisst doch, dass Whisky, Wodka und Co. nicht in derselben Liga spielen wie Bier!

Im Internet habe ich gelesen, dass sich das Wort Schnaps vom Wort „schnappen“ ableitet. Was sich darauf beziehen soll, dass er mit einem Schluck getrunken wird. Ein ziemlicher Mist!

Und dann, wenn es so weiter geht, mit den Schlücken, könnt ihr es dann ermessen, wann das Ganze von lustig zu ernst wechselt?

Ja, ich glaube, ihr habt dieses Verantwortungsgefühl, ein Auge drauf zu haben.

Möglicherweise wird aber jemand sagen: «Der wird dann schon wieder aufstehen, wenn er seinen Rausch ausgeschlafen hat!» Oder, »Selber schuld, muss sich ja nicht so aufführen und soviel saufen!»

Ihr werdet trotzdem immer noch die Augen offen haben.

Und wenn dann doch diese Dinge eintreten, die ich oben beschrieben habe?

Denk an deinen Nothelferkurs. Ich ahne es, von Alkoholvergiftung hattet ihr nichts? Möglich, aber Etwas über Seitenlagerung, Puls und Atmung beobachten.

 

«Hilf deinem Kameraden. Ob du ihn nun gut kennst, flüchtig kennst, oder gar nicht kennst».

 

  • Holt eine nüchterne Person mit einem Auto. Bringt den Betroffenen nach Hause.
  • Fischt sein/ihr Handy raus und ruft seine/ihre Eltern an.
  • Kümmert euch darum, dass sich jemand kümmert. Vielleicht der Veranstalter, ein Securitas, ein Organisator.
  • Vielleicht ist es nötig, jemanden aufzutreiben der den diensthabenden Arzt anruft.
  • Bei Bewusstlosigkeit sofort Transport ins Spital oder die ärztliche Notfallrufnummer 144 

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Anmerkung: „Der Betreffende“ für den schwer alkoholisierten Menschen, schien mir die beste Bezeichnung. Sie ist geschlechtsneutral gemeint und steht in diesem Artikel stellvertretend für Jungs wie auch für Mädchen.

 Links zum Thema:

 Notfallnummern als PDF ausdrucken

Individuelle Unterschiede in Bezug auf die Alkoholunverträglichkeit.

Wikipedia: die 4 Stadien der Alkoholvergiftung

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