PERSÖNLICHKEIT; WIE mein ICH wütend ist.

Die Komfortzone verlassen.

Also eigentlich gehen mir diese Menschen gehörig auf den Kecks: Jene, die immer alles im Griff haben. Mit einem schrägen, liebevollen Lächeln lassen sie uns glauben, dass wir schwache Nerven haben.

Diese Menschen sind niemals so entrüstet, dass sie alles kreuz und klein hacken, zerstückeln und zerrupfen möchten. Das kennen sie nicht. Sie geben uns das Gefühl: Wütende & zornige Personen sind Menschen, die sich nicht im Griff haben.

Wirklich mustergültig. Und wenn sie trotzdem einmal Unmut verspüren?

  • Dann kommt diese erst sichtbar an die Oberfläche, wenn sie (die Wut) vom Verstand ordentlich zensuriert wurde.
  • Dann wird die Empörung mit spirituell verdrehtem Verständnis wieder in Balance gebracht.
  • dann wird derart lange abgewartet, bis ein ziemlich flaues Thema daraus wird. Und wenn sie trotzdem noch beschliessen es zu erwähnen, glaubt ihnen niemand mehr, dass sie überhaupt je wütend waren.

Männerwut oder Frauenwut?

Wut kommt in unserer Gesellschaft nicht gut an. Vor einigen Monaten hatte ich mal von einer Umfrage gelesen, welche herausfinden wollte, wie Wutanfälle (durch Vorgesetzte) von Mitarbeitern ausgelegt werden. Laut Statistik wird Wut bei Männern als Stärke und Durchsetzungsvermögen interpretiert, bei Frauen als emotionale Schwäche.

Das Resultat hat mich nicht erstaunt. Jede Frau kennt die Reaktionen ihrer Umgebung, wenn sie mal ein bisschen ausflippt. Auch wenn es nur alle Schaltjahre mal vorkommt. Sie wird sehr schnell nicht mehr ernst genommen!

Die Gesellschaft ändern wir nicht. Aber unsere eigene Betrachtungsweise. Sich selbst lieben, heisst auch, zu sich selbst stehen! Lesen Sie dazu auch den Beitrag; reine Spekulation – die Gedanken anderer

Wir könnten nun auch philosophieren, dass der Mensch doch die Möglichkeit hat, sein Verhalten zu steuern. Im Gegensatz zum Tier, welches natürlich, triebhaft, instinktiv zurückschlägt bzw. zurückbeisst.

Die zerknitterte Wut

Wir haben mehr (Verhaltens) Möglichkeiten als das Tier. Das stimmt. Aber das Häufigste, was wir zustande bringen, ist die abgewürgte, zurechtgelegte, verdrehte Wut.

Und die zeigt sich nicht freundlicher:

√  Groll, Gram, Zynismus, Schmollen,Verbitterung und die Depression. (Leber- und Gallenblasenmeridian, Holzelement, Heilung verletzter Gefühle.) Hierzu gehört übrigens auch das cholerische Temperament, dass sich sehr stark kontrolliert und ganz plötzlich die Beherrschung verlieren kann.

√  Verletzter Stolz, (Selbst)Zweifel und Selbstverachtung (Lunden-Dickdarm, Metallelement, Selbstwahrnehmung, Selbstliebe)

√  Chronische Sorge oder Misstrauen (Milz-Pancreas-Meridian, Erdelement, Sicherheit)

√  Beziehungsfähigkeit   (Nierenmeridian, Wasserelement, Beziehungen)

Diese! Gefühle sind Gift für den Körper! Und meist bewahren wir diese Gefühle sehr lange!  Da hätten Sie ihren kleinen, peinlichen Wut-Auftritt schon lange vergessen.

E-Motion

Wut ist eine intensive Emotion. Ähnlich wie Freude, oder Verliebtsein. Könnten Sie sich vorstellen, dass sie diese letzteren Gefühle auch nicht zeigen dürften? Das Sie diese zurückhalten müssten?

  • Das Wort EMOTION sagt es bereits; E-Energie, Motion=Bewegung
  • EMOTION aus dem Englischen übersetzt; die Gemütsbewegung, die Regung, Die Rührung.

Da steht nichts still. Wut ist eine Energie, die in Bewegung gekommen ist und jetzt fliessen sollte !!!!!! Es ist nicht gut und schon gar nicht gesund, diese Wucht abzuwürgen, zu blockieren, zu besänftigen oder zu ignorieren. Und es zeugt (für mich) auch nicht unbedingt von Reife oder Weisheit.

Fazit; Ok, die Wut aktzeptieren wir. Und jetzt was mache ich damit?

Wut ist wie Feuer

Wut gehört zum Feuerelement. Und das Feuer steht für Bewegung, für das Handeln, für die Taten. Und für das Kraftvolle!

  • Bewegen Sie sich. Ja, körperliche Bewegung ist gemeint. Kraftvolle, dynamische Bewegung. Schauen Sie was hinterher noch da ist. Betrachten Sie das dann sehr genau. Gibt es noch was zu lösen?
  • Sprechen Sie ihre Wut aus. Allein, bei Partner oder FreundIn. Irgendein taubes Ohr wird sich schon finden lassen. Formulieren Sie genau so, wie es ihnen hochkommt. Keine abgeschwächte Form, keine Zensur ihrer Worte, sprechen Sie ihre fiesen Gedanken aus. Für einmal darf das sein!
  • Plazieren Sie die Wut da, wo sie herkommt. Sachlich, klar, grenzen sie ab, stellen sie klar, vertreten sie ihre Überzeugung.  Haben Sie Angst zu zerstören? Vertrauen Sie sich selbst, es wird nicht soooo schlimme Folgen haben. Und hinterher besser kein: „Sorry, ich war etwas ausser mir“. Entschuldigen Sie sich nicht für ihre Wut.
  • Lenken sie ihre Wut in konstruktives, lösungsorientiertes Tun. Nutzen Sie die Kraft für Dinge, die sie bei besserer Laune einmal mehr abgehackt hätten. Die positive aggressive Energie, kann zum Durchbruch verhelfen.

 «Jetzt isch aber gnueg Heu dune!!!»

Ein Gefühl, das Veränderungen einleiten kann. Nein, nicht im Amoklauf, aber wenn sich die Wut wiederholt. Offenbar braucht es oft die (wiederholte) Entrüstung um klar zu sehen. Und um endlich zu tun, was zu tun ist!

Schön wär’s, wenn es ohne Empörung und Traurigkeit ginge, direkt ohne Umwege Entscheide gefällt werden könnten.

√  In der Heilpraxis sind Klienten mit dem Leitsatz „Hauptsache korrekt und rücksichtsvoll“ viel häufiger, als Menschen die von Wutanfällen geplagt werden. Schon oft habe ich mich gefragt, wieviel es wohl noch braucht, bis die Grenze erreicht ist und der Betreffende (endlich) wütend wird. Eine natürliche, ganz normale Reaktion.

Dann kann die Heilung einsetzen, dann kann sich etwas bewegen. In der Lethargie, im Hinnehmen der Dinge stagniert jeder Heilungsprozess.

Manchmal zwingt uns das Leben aus der Komfortzone heraus zu treten.

 

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