ERFAHRUNG: Das Schreiben von Morgenseiten

Erfahrungsbericht: Das Schreiben von Morgenseiten.

Vor einigen Monaten habe ich das Schreiben von Morgenseiten begonnen. Es ging erstaunlich gut, ich hatte mir eigentlich erwartet, dass ich schon nach kurzer Zeit aufhöre, so ungeübt, wie ich war. Ich habe es dann – manchmal mit etwas Mühe – trotzdem durchgezogen und nach drei Monaten eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Ich bin süchtig danach,es tut auf eigenartige Weise gut! Der Stift schwebt nur so dahin, wenn man ihn erst mal lässt. Probieren Sie es aus, aber geben Sie sich diese erste Zeit, die naturgemäß etwas mühevoller ist, wenn man frisch anfängt.

Was sind Morgenseiten?

Ich habe mir den Tipp von Julia Cameron zu Herzen genommen. siehe Buchtipp. Sie beschreibt in ihrem Buch eindrücklich, wie be-wegend das absichtslose Raus – Schreiben sein kann. Mit Raus-Schreiben meine ich nicht, das Sie deswegen emotional besonders aufgewühlt sein müssen. Es ist eher die Art und Weise des Schreibens gemeint.

Schreiben Sie wahllos, was Ihnen in den Sinn kommt.

Nehmen Sie sich morgens extra etwa 20 Minuten Zeit, einen Stift und einen Block. Beginnen Sie mit dem ersten Gedanken. Schreiben sie wahllos, was ihnen in den Sinn kommt. Worte, Gedankenfetzen, es geht weder darum einen richtigen Text entstehen zu lassen, noch darum, verständlich zu sein. Das kann ein Gedanke sein, der sie seit dem Aufwachen begleitet. Ein Blick aus dem Fenster, eine Beobachtung. Oder Sie schreiben über Ideen für diesen Tag, Absichten oder Vorhaben.

Es spielt keine Rolle, welche Themen, welche Worte. Achten Sie nicht auf Stil, Satzstellung oder Rechtschreibung. Bringen Sie ihre Gedanken in Worte und reihen Sie diese einfach aneinander. C’est tout!

Was Sie nicht tun sollten? Den Schreibfluss unterbrechen oder das Geschriebene lesen. Natürlich können sie die Seiten aufheben und später lesen. Aber nicht während des Schreibens.

Zuerst hatte ich grosse Mühe. Julia Cameron empfiehlt 3 Seiten zu schreiben. A-4, wohlverstanden. Ich brachte nicht mal eine halbe Seite aufs Papier. Am nächsten Morgen wieder dasselbe. Es ist wie wenn man mit Joggen beginnt … .

Und dann, ein bisschen durchhalten musste ich da schon, kamen die Gedanken, die Worte, flüssiger. Mein Stift wurde immer leichter. Bald machte sich auch mein Handgelenk nicht mehr bemerkbar. Oder meine verkrampften Finger.

Und irgendwann spürte ich; Das hat was, da geht was ab!

Nicht analysieren, nur tun.

Das Geschriebene analysieren? Nein, das lassen wir besser sein. Es geht überhaupt nicht darum, WAS Sie geschrieben haben. Es geht nur um das befreiende Erlebnis des TUN.

Aber auch Julia Cameron hält es ganz einfach und macht kein ‚therapeutisches Erlebnis‘ daraus. (Obwohl es dies sein kann … ) Ich glaube, dass das „Materialisieren von Gedanken zu Worten“ einen starken, transformierenden Effekt  hat. Einerseits um loszulassen, andererseits um persönliche Absichten zu festigen.

Julia Cameron empfiehlt das Schreiben der Morgenseiten als Seelenhygiene und ist  überzeugt, dass es Veränderungsprozesse einleiten und begleiten kann.

Beachten Sie; Schreiben Sie diese Morgenseiten mit der Hand. Nicht mit der Tastatur.

Das Schreiben am Morgen ist sehr klärend und ein guter Start in den Tag. Doch nicht alle können sich die Zeit dafür herausnehmen. Es ist bestimmt nichts Falsches dran, sich diese Zeit tagsüber oder abends zu nehmen.

One thought on “ERFAHRUNG: Das Schreiben von Morgenseiten

  1. Hey, das finde ich toll, dass dir die Morgenseiten so gut gefallen haben. Julias Bücher sind einfach super. 🙂
    Ich kann es nur jedem empfehlen; auch wenns zu beginn komisch ist. Weiter so!

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