PFLANZENPORTRAIT: Salvia – Salbei, mehr als nur Schluckbeschwerden

Salbei als Mittel gegen Stress ist keine populäre Anwendung. Man erinnert sich eher an die Heilpflanze, wenn einem der Hals weh tut und man keinen Krümel mehr schlucken kann. Kaut man dann ein frisches Salbeiblatt langsam im Mund, verschwinden diese Symptome.

Salvia officinalis hat eine adstringierende (zusammenziehende) und desinfizierende Wirkung auf die Schleimhäute. Diese schwellen ab und schmerzhafte Stellen beruhigen sich. Man kann wieder besser atmen und schlucken.

Durch den Bezug zu den Schleimhäuten ergeben sich haufenweise Indikationen. So kann beispielsweise auch bei chronischem Durchfall, Magenbrennen und Scheidenpilz, Salbei (als Begleitmittel, falls “das Wesen” passt) das richtige Mittel sein. Denken Sie nur, wo wir überall Schleimhäute haben?

Salbei, der Alleskönner

Schauen Sie sich nur die Bedeutung des Namens an: salvus (lat.) = gesund, wohlbehalten, erlöst, und das Verb salvare (lat.) = heilen - oh, den Namen könnten aber viele Heilpflanzen in Anspruch nehmen. Salbei muss mehr können.

Salbei kann nicht nur Erreger auf den Schleimhäuten beseitigen, sondern auch “Fremdes” in der Luft. So profitieren auch unsere Wohnräume von seiner reinigenden Wirkung.

Nie würde ich irgendwo einziehen ohne vorher die Räume mit meinem Salbeibüschel zu räuchern. Ich habe wenige “derartige” Gewohnheiten, aber das ist ein fixes Ritual. Und als kürzlich mein Sohn umgezogen ist und mich um Salbei aus dem Garten bat, musste ich schmunzeln; Das Räuchern hat es in die moderne Zeit geschafft. Auch junge Leute wissen, dass man Räume (auch energetisch) reinigen und mit frischer, “selbst geprägter Energie” beleben muss. Erst dann fühlt man sich Zuhause.

Genug bis oben hin …

Kaum eine Pflanze (ausser Alchemilla) verkörpert das Yin-Prinzip so schön wie Salbei; Die Aufnahmefähigkeit, in seelischer und körperlicher Hinsicht. Wenn das Gefäss voll ist, wenn’s zu macht, vermittelt Salbei das Wesen des wieder Öffnens und Empfangens.

Was jetzt kommt, das soll kommen!

Salbei beruhigt, wirkt öffnend und lässt wieder vertrauen.

Ausgleich durch die Yin-Kraft von Salvia officinalis

Genau das geschieht in den Wechseljahren. Der Körper geht durch eine kleine Metamorphose, wobei er sein hormonelles Gleichgewicht neu finden muss. Salbei enthält nebst vielen aetherischen Ölen auch pflanzliche Östrogene (wie Lupulus). So ist Salvia-Tinktur ein uraltes Heilmittel bei Hitzewallungen mit Schweissausbrüchen. Er reguliert mit seiner Yin-Kraft den Yang-Überschuss (Feuer, Hitze, Schwitzen) des Körpers.

Kommen wir zurück zum Stress:

beruhigend und stimmungsaufhellend

Salbeiblätter enthalten verschiedene Terpene und andere Substanzen, die einen positiven Einfluss auf den GABA-Benzodiazepin-Rezeptorenkomplex haben. (Lesen Sie dazu auch hier im Blog)

Salbei ist hiermit ein leistungsfähiges Beruhigungsmittel  – es macht schwache Nerven schnell weniger anfällig für Stress, wodurch mentale Widerstandskraft und Vitalität zunehmen. Darüber hinaus hat Salvia stimmungsverbessernde Eigenschaften und eine stimulierende Wirkung auf die kognitiven Funktionen, vor allem bei älteren Personen. So fühlt sich Ihr Patient den täglichen Herausforderungen wieder besser gewachsen. (Zitat: www.bonusan.de)

Salbei wird nicht in erster Indikation zur Beruhigung eingesetzt, sondern dann, wenn bei oben genannten körperlichen Symptomen das Wesen von Salbei beim Betroffenen erkennbar ist.

Beispiel: Er/sie sagt oder fühlt: «Ich kann das nicht mehr hinnehmen», «Soll ich immer still sein und alles schlucken?!», «Da wird sich eh nix ändern, aber SO geht das nicht weiter!», «Ich hab die Schnauze gründlich voll!»

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