BLOGGEN: 5. Schritt – ein paar Dinge übers Schreiben.

Eigentlich habe ich gedacht, dass meine Blogger-Serie jetzt zu Ende ist. Doch ein paar Worte zu den Post’s, also den Texten selbst, kann nützlich sein. Was meinen Sie?

Es sind Anregungen, die einerseits generell für’s Schreiben gelten, andererseits für das Medium Internet empfehlenswert sind, da sich hier das Leseverhalten vom Üblichen unterscheidet.

Hier meine Schnelltipps, frei dahingeworfen:

Post mit max. Länge von 3000 Zeichen

Längere Artikel sind nicht geeignet, weil dann die Gefahr besteht, dass der Leser “abhängt”. Ihr Text müsste schon sehr spannend sein. :-)

3000 Zeichen, das scheint viel, doch ich kann Ihnen prophezeien; Es wird ihnen bald zu wenig sein und Sie müssen kürzen. Das tut manchmal weh, aber der Text gewinnt an Qualität.

Wie wissen Sie nun, wieviel Zeichen ihr Text hat? Sie kopieren den Text mit der rechten Maustaste, öffnen ein leere Worddokument und fügen ihren Entwurf ein. Dann klicken auf “Extras” und “Wörter zählen”. (je nach Officeversion)

Schrift, Absätze und Gliederung

Grundsätzlich gliedert man einen Text im Internet mehr als sonst, macht mehr Absätze, mehr Zwischentitel und Einzüge. Beim Online-lesen ist die Übersicht noch wichtiger als sonst.

Aufzählungen sind eine weitere Möglichkeit zu mehr Übersichtlichkeit. Man sollte aber Aufzählungen massvoll verwenden.

Schriftgrössen von 10 – 12 sind gut leserlich. Wir wollen ja nicht, dass unsere Leser am Bildschirm kleben (Was sie wohl nicht tun würden). Ich neige auch dazu, eher kleinere Schriften zu wählen, weil es chic aussieht. Aber dem Leser dient das wirklich nicht.

Redigieren

Zuerst schreibe ich einen Text einfach mal runter. Möglichst flüssig, wie wenn ich zu Ihnen sprechen würde. Dann redigiere ich mindestens 3 mal. Dabei gehe ich ziemlich systematisch vor.

  • Schreibfehler
    • er ist einfach zu schade, wenn die Leser wegen Schlampigkeit abspringen. Lassen sie jemanden “drüberschauen” oder kontrollieren Sie erst nach einer Pause von ein paar Stunden oder Tagen. Dasselbe ist mit Links, die nicht funktionieren.
  • Satzanfänge generell, besonders jene mit den Wörtern “Aber” und “Und”. 10 verbreitete Schreibmacken.
  • Abschwächer
    • Reden Sie Klartext. Schreiben Sie nicht: «Wenn Sie diese Übungen machen, könnte es ihnen bald besser gehen.» besser ist: «Wichtig ist, dass Sie es regelmässig machen. Dann wird es Ihnen bald besser gehen.»
  • Nomen zu Verben machen.
    • Lassen Sie Verben für sich arbeiten; Viele Nomen lassen sich in Verben verwandeln. Der Text geht damit näher an den Leser ran. Der Text gleitet mit vielen Nomen schnell ab in die gestelzte Schreibweise. (siehe unten)
  • passendere Wörter wählen: Synonyme
    • für viele Worte, vorallem auch Adjektive, gibt es treffendere Worte. Oder was sagt schon das Wort “interessant”?
  • gestelzte Schreibweise.
    • Ich kontrolliere meine Texte am Schluss mit dem BlaBlaMeter. Kein Witz. Ich teste damit, ob der Text zu “pikiert” oder wissenschaftlich angehaucht daherkommt.
    • «Der Sachverhalt ist meines Erachtens nicht genau erklärt worden.» Besser ist: «Da haben sie die Zusammenhänge nicht genau erklärt.»
    • Lesen Sie den Link “Fragen und Antworten” im BlaBlaMeter. Es geht wieder darum, dass Sie (nach Möglichkeit) Nomen zu Verben machen. (siehe oben)
  • (zu) blumige Schreibweise.
    • Passen Sie auf mit Adjektiven, die nichts aussagen. Verwenden Sie Adjektive nur dann, wenn sie etwas deutlich machen müssen, nicht als Textdekoration. Das ist eine meiner grössten Schreibfallen – vorallem bei den Pflanzenportraits bin ich so begeistert, dass ich Satzteile wie ‘unglaublich wunderbare Heilwirkung’ regelmässig streichen muss ;-). Hier ist sogar ein Adverb dabei. Also ein Adjektiv, dass das nachfolgende Adjektiv beschreibt. (Die unglaublich schöne …)
    • Ebenfalls achten sollte man auf Adjektive, die ein Nomen “aufladen”. Beispiele: ‘schwieriges Dilemma’, ‘endgültiges Ergebnis’, unmittelbare Nähe’.
  • Satzlänge: Vermeiden Sie Endlosätze. Damit diese verständlich bleiben, muss man schon sehr stilsicher sein. Kürzere Sätze garantieren ein flüssigeres Lesen. Eine max. Satzlänge von durchschnittlich 17 Wörtern empfiehlt René J.Cappon (Siehe Buchtipp unten)
  • Drei der 5 W’s sollten bereits im Teaser/Lead erklärt sein. Ich kontrolliere am Schluss, ob das der Fall ist.

Beispiele und Zitate

Sparsam, aber treffend eingesetzt, lassen sich mit eigenen Beispielen und Zitaten, Inhalte besser veranschaulichen. Der Text wirkt zudem lebendiger.

Urheberrechte

Das Thema hatten wir schon: Urheberrechte und Pressetexte – vorbeugen ist besser und Internetklau Teil ll – Texte.

Ich möchte das hier bei diesen Erklärungen belassen. Die verlinkten Beiträge auf Schreibnudel.de erläutern die Themen gut. Einiges habe ich hier im Blog schon angesprochen. Schauen Sie in der Kategorie “Schreiben”.

Es gibt Berge von Büchern über’s Schreiben. Auch über die spezielle Schreibweise im Online-Journalismus und Bloggen. Und dann erst im Internet: massenhaft Anregungen, Tipps und auch Online-Workshops. Machen Sie sich schlau!

Ich habe von diesen 2 Büchern sehr profitiert:

Buch: Online-Journalismus, Nea Matzen

Buch: Journalistisches Schreiben, Rene J.Cappon

…. auch dieser Artikel hat wieder mehr als 3000 Zeichen, aber lassen wir’s dabei ;-)

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