DIES UND DAS: die Geschichte mit der Schachtel.

Neulich wollte ich eine Schachtel zusammensetzen. Eine Faltschachtel, die für meinen Shop das perfekte Schächteli abgeben wird. So habe ich es jedenfalls geplant. Da stehen sie immer noch an der Wand, nicht nur eine. Viele! Wie frisch geliefert, bereits seit Wochen, flach und jungfräulich.

Es ist nämlich bereits das zweite Mal, das ich das erledigen will; Eine Schachtel, die noch keine Schachtel ist und zu einer werden soll!

Ich falte und knicke und drehe, eine Schachtel wird das nicht. Auf dem Karton steht die Bestellnummer (ist ja praktisch). Ich geh an den Computer und schau mir das Produktebild an. So sehe ich wenigstens, wie die Schachtel aussehen müsste.

Mit Blick zum Bildschirm hänge ich auf dem Bürostuhl und knicke den Karton erneut auf alle Seiten. Ich entwickle sogar top originelle, trendige Faltvarianten!

Langsam nervt’s! So etwas Banales wie eine Schachtel lässt mich wie einen Volltrottel dastehen. Nimmt mich Wunder, wie ich bisher überhaupt überlebensfähig war.

“Kreuzschachtel” heisst die Konstruktion, ich finde kein Kreuz, es geht auch nicht “übers Kreuz” , es geht gar nicht. Damit verblöde ich jetzt aber echt nicht meine Zeit!

Ich leg die zerfetzte Pseudoschachtel zum Altpapier. Und bin felsenfest davon überzeugt: das ist ein Konstruktionsfehler!

Abends erzähl ich meinem Liebsten das Schachteldilemma und frage ihn, wie ich die ALLE am schnellsten SCHREDDERN kann.

Neugierig wie er ist, ich hätte es wissen müssen, will er es wissen.

Auf zum Test. Ich schlurfe hinter Ihm die Treppe hoch. Einerseits bin ich froh, wenn die Schacheln zu Schachteln würden. Andererseits ahne ich den bevorstehenden “bei mir nicht, bei ihm schon” –  Effekt! Das geht immer so. Er geht ran, schaut oder schraubt rum, und paff, alles da!

Ich geh vorsichtshalber aus dem Zimmer. Könnte ja auch etwas dauern, ist besser, wenn man keinen Druck hat.

Nach 3 Minuten kommt er mit der Schachtel daher: «Was meinst, müsste die etwa so ausschauen?»

Er bleibt ja auch immer so diskret.

Wo ich noch über den Beruf des Schachtelplaners und das männliche Gehirn nachdenke, schau ich auf das Paket und erkenne es wieder.

Ist ja nicht so, dass ich beim Einkaufen nichts studiert hätte. Ich bin immerhin mit dem Metermass rumgelaufen!

Wer, sagen Sie mir, WER um’s Himmels Willen überlegt sich beim Einkaufen von SOWAS, wie man das später ZUSAMMENSETZT??

Wer den Schachteltest auch gerne absolvieren möchte, nur zu. Es hat noch.

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