PFLANZENPORTRAIT: die Goldrute – Pflanze der Freundschaft

Ich kenne keine Nierenpflanze, die so zum Wesen des Nierenmeridians passt, wie die Goldrute. Sie verkörpert die Nierenenergie in der perfekten pflanzlichen Ausdruckskraft.

Als paariges Organ wird die Niere der Beziehungsfähigkeit zugeordnet. Was jetzt so trocken tönt, ist nahe am “Wasser gebaut”. Die Nieren stehen in Beziehung zum Wasserelement. Und damit zu einem sehr emotionalen Elemente der chinesischen Medizin.

Auch die Freundschaft mit sich selbst.

“Freundschaft und Liebe verbindet die Menschen und aktiviert die Energien, die eine gesunde Nierenfunktion ermöglichen. Wenn der harmonische Fluss der verbindenden Gefühle versiegt, wenn Enttäuschungen, Frustrationen und Schuldgefühle Beziehungen blockieren, wird die psychische Energie geschwächt und die Nieren leiden.” Roger Kalbermatten, Ceres Heilmittel.

Die Goldrute liebt Freundschaften. Niemals würde sie in der Natur alleine stehen. Sie produziert ihre Nachbarschaft sogar rasend schnell! (Neophyt)

Im Austausch mit dem Gegenüber nehmen wir uns wahr. Die Menschen unserer Umgebung geben uns das oft benötigte Feedback, sie verstehen uns, vermitteln Trost und Anerkennung. Im besten Fall.

Vielleicht ist es aber auch bei der einen oder anderen Freundschaft ziemlich irritierend. Man reagiert verkrampft, vorsichtig und ungeschickt. Die Partnerschaft ist sowieso ein Kapitel für sich. Es scheint, als sei die Wahrnehmung im Klinsch mit den Gefühlen.

Die Gefühle wissen nicht mehr, was sie fühlen sollen.

Wenn wir (verstärkt) sensibel und verletzlich sind, zeigt das auf ein Ungleichgewicht im Wasserelement.

Die Nierenenergie ist aber auch eine sehr kreative Energie! So wie sie unter beschriebenen Umständen Dramen erschaffen kann, so ist es dieselbe Energie, die auch gewollte, kreative “Szenarien” hervorbringt. Wenn die alten Wunden geheilt sind und neue Ideen spriessen (Wasser nährt Holz) wird die Nierenenergie in ihre Bestimmung geführt.

Spannend ist auch der Bezug zur Blase, die für gelebte, ausgediente Gefühle und Erfahrungen steht. Hier sind Frustation, Geduld und Gereiztheit die dominanten Gefühle. Oder, wie wir im schweizerdeutsch sagen: «alte Seich losloh.» (in Mundart steht das Wort “Seich” für Urin und, fast noch häufiger, für alten Mist/alte Dinge)

Beispiel im Vergleich zu anderen Nierenpflanzen

In der Behandlung von Nieren- und Blasenleiden hat Solidago einen festen Platz. Wir finden die Goldrute in jedem Nieren-Blasen-Komplexmittel oder in Teemischungen.

Wenn Ihre Freundin eine Blasenentzündung hat und dabei sehr sensibel ist (Niere), aber auch gereizt und frustriert (Blase) reagiert, da passt Solidago. Solidago möchte Trost, es wird besser, wenn die Tränen fliessen (Niere).

Ist der Erkrankte eher willensstark, verbissen, fast aggressiv, dann ist es die Brennessel. Und wenn er fast zerbricht an seiner Last und im Alltag ständig den Spagat macht, ist es Fraxinus, die Esche.

Die Goldrute hilft auch sehr gut bei Hautleiden. Über die Niere wird die Ausscheidung angeregt. Aber wieso hat die Goldrute und die Brennessel eine Beziehung zur Haut und der Schachtelhalm (Equisetum) und die Esche (Fraxinus) zum Bewegungsapparat?

Weil die Goldrute die Abgrenzung sucht, weil die Brennessel in Interaktion mit der Umgebung sehr gereizt und überreizt reagiert. Der Schachtelhalm (Klarheit, Struktur) repräsentiert mit seiner Kieselsäure das Bindegewebe wie die Goldrute die Nieren. Die Esche trägt tapfer die Last auf den Schultern. Sie kann das Leben nur meistern, weil sie sich auf alle Seiten verbeugt und verbiegt.

Solidago hat viele Talente, konzentriert auf das Wichtigste.

Die Goldrute ist gut erforscht; Harntreibend, entgiftend, entzündungshemmend, wundheilend, antibakteriell, nicht schlecht der Leistungsausweis.

Wahrscheinlich ist die Blasenentzündung die häufigste Anwendung überhaupt. Weitere Indikationen sind schmerzhafte Harnentleerung, Nierensteine, Hautkrankheiten, Gicht, Rheuma und (Knöchel) Ödeme (nicht bei Ödemen infolge eingeschränkter Herztätigkeit.)
eis!

Wichtig ist bei der Einnahme von Goldrutentinktur die empfohlene Einnahmemenge einzuhalten. Treten Rückenbeschwerden im Bereich der Nieren auf, muss die Dosierung verringert werden.


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