SELBSTSTÄNDIGKEIT: Vorsicht Trittbrettfahrer!

KooperationAls Selbstständige, vorallem wenn Sie schon ein paar Jahre im Geschäft sind und alleine ganz gut zurechtkommen, da sind Sie sicher schon für eine berufliche Zusammenarbeit angefragt worden.

Mit anderen zu kooperieren – kurzfristig für einzelne Projekte oder auch längerfristig –  ist für Einzelunternehmer eine feine Sache. Aber es gibt ein paar Spielregeln.

Vielleicht bittet Sie jemand höflich, seine Produkte in der Praxis ausstellen zu dürfen. Oder Sie gehen als Aussteller an Messen. Bei der Gelegenheit bietet es sich gradezu an, (Fremd)Flyer mit aufzulegen. Wenn Sie Seminare oder Vorträge geben, werden sie möglicherweise gebeten, dies gemeinsam zu tun oder in einer anderen Form etwas Aquise zu betreiben.

Gut finde ich die Vernetzung über das Internet. Da können wir gegenseitig viel entstehen lassen. Und jeder kann es tun, auch wenn man noch ganz am Angang der Selbstständigkeit steht. Dazu gehören auch Empfehlungen in Newsletter oder Gastartikel im Blogs.

Wer unterstützt wen?

Leider funktionieren solche Kooperationen nur bedingt und nicht immer befriedigend für beide Seiten. Trotzdem hängen wir oft an unseren Idealen fest und oberflächlich betrachtet läuft es ja auch oft ganz gut.

«Da got doch gad im Gliche …», sagt man in Mundart. So nach dem Motto, “du hast und ich geb dazu, weil’s grad passt.”

Manche Gemeinschaftsprojekte hinterlassen einen blöden Nachgeschmack. Spätestens dann, wenn man sich einmal mehr so richtig verklinkert fühlt und zur Bachblüte Chicory greift, hat man genug vom Synergien nutzen!

In vielen Dingen mussten auch Sie sich mal aufraffen, ins kalte Wasser springen, sich überwinden und oft viel Mut beweisen. Lassen Sie sich bloss nicht auf’s Gewissen drücken, wenn Sie am Anfang einer möglichen Zusammenarbeit ein paar Fragen klären wollen.

Stolpern Sie nicht über entscheidende Fragen.

Tun Sie sich den Gefallen und klopfen erstmal ihre Situation, Vorstellungen und Pläne ab. Damit es eben keine unerfreuliche Trittbrettgeschichte wird und bevor Sie dem «Wenn man mich nett fragt, sag ich schnell mal ja»-Virus verfallen, werden wir jetzt den

Zusammenarbeits-Anfrage-Filter einstellen:

«Was habe ich davon?»

Diese Frage hören viele in helfenden Berufen nicht gern (Gutes Thema, ein andermal). Es ist auch nicht in erster Linie finanziell gemeint, sondern vielmehr, was der Anfragende auch für Sie tun kann. Gibt es Fähigkeiten oder Kundenbereiche, die Ihre Arbeit ergänzen? Was für Möglichkeiten hat die/der andere, Sie zu unterstützen?

Wenn wir schon von Solidarität sprechen: “Eine Hand wäscht die andere”. Ok! Werden beide Hände gewaschen?

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Kooperation1Stolperfalle Mehraufwand: Wie konkret ist die Person mit ihrem Anliegen? Hat sie einen klaren Vorschlag oder ist die Anfrage eher schwammig à la: «Ich würde gerne meine Arbeit etwas bekannter machen? Was meinst du, was man da machen könnte?»

Haben Sie wirklich Lust darauf – nicht vergessen, Sie hatten bisher nichts solches im Sinn – die Sache für den anderen komplett einzufädeln?

Was für ein arbeitstechnischer Mehraufwand entsteht für Sie? Müssen Sie beispielsweise Texte schreiben, Ideen für Flyer haben, stört es insgesamt Ihren Arbeitsablauf?

Müssen Sie sich zuerst über irgendwas schlau machen, weil Sie später die Ansprechperson sein werden? Produkte, Techniken, Methoden uam.

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Stolperfalle Helfersyndrom: Spüren Sie, dass Sie der anderen Person irgendetwas abnehmen, wo sie sich selbst durchbeissen müsste?

Ein edles Vorhaben aber auch ein schöner Glaubensatz der uns öfters austrickst, ist dieser: «… weil sie noch am Anfang steht und ich ja auch mal froh war

Wir können es mit dem Stichwort “Vernetzung” probieren, nicht mit “Helfen wollen”.

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Kooperation1Stolperfalle Zuverlässigkeit: Spüren Sie schon schnell mal, dass die andere Person das mit dem Timing nicht so eng sieht?

Ich bin da vielleicht noch von der alten Garde. Aber ehrlich. Ich denk schon schnell: wenn’s bei den kleinen Dingen nicht funktioniert, wie denn bei etwas mehr?

Wie geht es mit Email-Verkehr, Erreichbarkeit, kommt die Sache dann und in dieser Form daher, wie Sie das abgemacht haben?

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Kooperation5Stolperfalle Gemischtwarenladen: Passt die Sache überhaupt zu Ihnen und wie weit müssten Sie sich da auch auskennen?

Bevor Sie ein Regal in Ihrer Praxis für Fremdprodukte oder Flyerausstellung räumen, können Sie sich einen Moment Zeit nehmen und prüfen, was man selbst damit zu tun hat und wie es zu ihrer Art von Praxis passt.
Wenn Sie nämlich keine Zeit und Lust haben sich der Sache anzunehmen, sollten Sie es lassen. Kunden reagieren mit Recht empfindlich auf “nebenbei will sie/er einem noch dies und das verhöckern!”

Dann gäbe es noch die Stolperfalle Imagekratzer … , aber ich glaube, das genügt!;-)

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Bei einer erfreulichen Zusammenarbeit sind diese Fragen schnell abgehackt (oder stellen sich erst gar nicht). Es harmoniert einfach. Man wird mühelos Kenntnisse und Erfahrungen bündeln und gemeinsame Stärken nutzen. Da gibt es nichts zu schupsen und zu liefern. Perfekt!

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