WERBUNG: Printwerbung, bringt das was?

verschnürter ZeitungsstapelOft hört man von Praxisbetreibern: «Sicher würde meine Praxis besser laufen, wenn ich mehr Werbung machen würde.»

Als versäume oder unterlasse man dabei etwas von grösster Wichtigkeit für das eigene Geschäft.

Das ist ein Fehlgedanke. Jedenfalls für unsere Branche.

Das mag für andere nicht zutreffen, eine Autogarage, ein Blumengeschäft oder andere mehr. Und es versteht sich von selbst, dass es für Veranstaltungen notwendig ist, etwa Messen, Seminare, Worshops oder Vorträge.

Doch bleiben wir bei der Werbung für ihre “kleine Praxis”. Bei gedruckter Werbung geht viel Geld raus und der Nutzen hält sich in Grenzen. Dafür könnten Sie vergleichsweise mehrere Websites (inklusive Webmaster) betreiben, Flyer drucken lassen und hohe Portokosten für die direkte Kundenaquise investieren.

Manchmal glaubt man, etwas tun zu müssen, weil es alle tun, weil es für ein Geschäft üblich ist oder weil es sich tief in unseren Köpfen festgesetzt hat. Ich möchte Sie dazu ermutigen, eigene Wege zu gehen, auch in der Werbung.

Printwerbung ist ja nicht grundsätzlich schlecht, aber es ist kein Fehler, wenn man sich etwas zurückhält und gut wählt, wenn überhaupt. Es lohnt sich schon,wenn man sich vorab ein paar Gedanken macht: wo und in welcher Form man inserieren möchte:

  • Wer ist meine Zielgruppe?
  • Welches Werbemedium passt zu mir?
  • Wie will ich “rüberkommen”?
  • Wie oft wir die Anzeige publiziert? Einmalig, Mehrmalig, im Abonnement (z.B. Branchenführer)?
  • Sind meine Kontaktdaten fix und alles tiptop?

Denn das Ziel jeglicher Werbung ist ja:

  • den Bekanntheitsgrad steigern (im Minimum einen Sprung auf Ihre Website auszulösen).
  • die Kundenzahlen zu erhöhen

 

Werbung in (regionalen) Zeitungen und Zeitschriften

Mit Printwerbung sind Werbemassnahmen in Zeitungen und Zeitschriften gemeint. Darunter fallen auch Gemeindeblätter oder lokale Branchenbücher. (siehe Printwerbung-Wirtschaftslexikon)

Printwerbung bezeichnet man Werbung in Printmedien – also alles, was gedruckt wird. Dabei ist die Tageszeitung ein klassisches Beispiel für ein Printmedium.

Printwerbung mag für gewisse Branchen ein Muss sein, für unsere Sache hält sich “die Ausbeute” aber in Grenzen. Weshalb?

Die Heilkunde tickt einfach etwas anders und punktet eher im Stillen. Zu uns passen keine Aufreissersprüche und Sonderaktionen.

Leider ist unsere Branche auch immer noch empfindsam gegenüber Geklatsche und Getratsche. Zudem können wir nicht irgendeinen Habakuk versprechen (“wirksame Hilfe bei Rückenleiden und Gelenksproblemen”). Was bleibt uns da textlich noch übrig? Die nüchterne Aufzählung von Angebot und Öffnungszeiten oder die wohlfühlen – sich Gutes tun – geniessen – entspannen – Schiene.

 

Schlicht und sachlich – reine Information als Werbung.

Allerdings kann es durchaus förderlich sein, Ihren Namen hin und wieder gedruckt vor die Augen zu bekommen. Ich mach Ihnen einen Vorschlag: Für uns Naturheilpraktiker gilt ein Werbeverbot – wir dürften eigentlich nur Organisatorisches publizieren/inserieren. Das wird zwar nicht geprüft und einige tun es trotzdem. Doch für mich stimmt das, es fühlt sich besser an.

Das kann auch für sie eine gute Variante sein. Das geht mit jeder Praxis, ob Fusspflege oder Shiatsu. Geben Sie Ihre Abwesenheiten bekannt; Ferien, längere Weiterbildungen, Personalzuwachs oder Änderungen der Öffnungszeiten.

Solche Anzeigen, schlicht, einfach und schnörkellos, kommen zwar etwas nüchern daher, haben jedoch einen lohnenden Effekt:

«die Praxis läuft bestimmt, sonst müsste man nicht die breite Öffentlichkeit informieren!»

 

Werbung in (überregionalen) Illustrierten und Zeitungen

Werbung in überregionalen oder landesweiten Zeitungen oder Illustrierten kommt meist aus finanziellen Gründen nicht in Frage und trifft ihre Zielgruppe zu ungenau. Mitunter vergisst man leicht das Ziel einer solchen Annonce:

Es bringt nicht viel, zu wissen, dass es sie 100 Kilometer weg irgendwo gibt. Das Ziel ist es, Leute in Ihre Praxis zu bringen!

Das wird schwierig werden, ausser Sie operieren landesweit ;-).

In diese Kategorie fallen auch diese kitzekleinen Annoncen, sogenannte Kleinanzeigen. Die gibt es auch in grossen, etablierten Gesundheitheften. Das wär ja ein toller Glücksfall, damit sozusagen, dem Nachbarn aufzufallen, meinen Sie nicht auch?

 

Weitere Werbemedien

Kaum ist Ihre Praxis etabliert, kommen Anfragen für alles, was sich auf Papier drucken lässt.

Dazu gehört die gedruckte Anzeige auf Tischsets, Pultplaner, Kalender, Veranstaltungsführern und dergleichen. Meist werden viele Geschäfte in der Region angefragt und mitunter macht man aus reiner Gefälligkeit mit. Hier ist Ihre Werbung gleichzeitig Sponsoring für Veranstaltungen und dient einem Verein oder Organisation. (Bei solchen Anfragen musste ich immer schmunzeln. Grad in der eigenen Region wird man gerne gemieden …, doch um solche Publikationen mitzufinanzieren, wird man plötzlich zu einem “richtigen Geschäft, dass wahrgenommen wird”.)

Bei dieser Werbeform lohnt es sich, sein eigenes Kundenverhalten zu beobachten. Wie nehmen Sie selbst diese Werbeform wahr? Bleibt ihr Blick an einer solchen Annonce hängen? War bei Ihnen – als Kunde – eine solche Annonce je ausschlaggebend um eine Sitzung zu buchen?

Und als Inserierender; welche Zielgruppe möchten Sie erreichen und sind Durcksachen dieser Art wirklich der ideale Weg dazu?

Mit Werbung setzt man sich der öffentlichen Diskussion aus. (wie oft habe ich schon dumme Sprüche gehört, wenn wieder mal jemand am Stammtisch zerrissen wird ….). Die Frage ist, für welche Diskussion möchte ich mich hergeben?

Ist es Ihnen angenehmer, im Stillen, in Form eines guten Tipps, weitergereicht zu werden?

 

lokale Branchenführer

Gedruckte Branchenführer werden von öffentlichen Stellen, Telefongesellschaften oder von privaten Druckereien/Werbeagenturen herausgegeben. Man bezahlt einmalig oder jährlich, und die Führer kommen in jeden Haushalt. Hier kann es durchaus sinnvoll sein unter der entsprechenden Rubrik aufgeführt zu werden. Ich empfehle aber auch hier, sich eine Preisobergrenze zu setzen und vorallem: Machen Sie Geschäftseinträge (die meist über Jahre hinweg “existieren”), erst dann, wenn ihre Kontaktdaten fix stehen (Telefonnummer und Website).

Bei gedruckten Branchenführern frage ich mich aber: «wie oft werden diese im Zeitalter des Internet noch benutzt?»

 

Persönliche Drucksachen

Zur Printwerbung zählt man auch die persönlichen Drucksachen: Visitenkarte, Flyer oder Broschüren. Es lohnt sich viel mehr, seine Werbeausgaben hier rein zu stecken. Sie haben viel mehr davon, als ein einmaliges Inserat in der Tageszeitung. Zudem bestimmen Sie hier selbst (durch entsprechenes Verteilen, auflegen, zusenden …), wie Sie diese an den Mann und Frau bringen.

 

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4 Kommentare fuer “WERBUNG: Printwerbung, bringt das was?

  1. Hallo Maria,
    Deine ansicht zur Werbung kann ich voll und gnz teilen. Das ist auch meine Erfahrung. Gleichzeitig stelle ich ebenso fest, dass ich ab und zu auch wieder überlege, sollte ich nicht auch wieder einmal inserieren? Das Auflegen ist auch nicht so einfach. In meiner Region jedenfalls sind sie nirgens sehr erfreut, Flyer aufzulegen. Da weiss ich manchmal gar nicht mehr, was man noch tun könnte. Die Mundpropaganda ist sicher am Besten, aber auch langsam. Vielleicht hat ja Jemand einen guten Tipp?
    Liebe Grüsse und viele Werbeerfolge
    Esther

    • Hallo Esther, vielen Dank für deinen Beitrag. Du sagst, manchmal weiss man gar nicht mehr, was man noch tun könnte …, das gibt mir den Anstoss, diesem Thema nächstens einen eigenen Beitrag zu widmen. Was aber auch als Werbung durchgeht, sind ein paar Dinge, die hier im Blog schon behandelt wurden (Kategorie: Kundenpflege, Kundenkontakt und Werbung). Wie z.b. die “Pflege der bestehenden Kunden” mit Infoschreiben, Newsletter, guter Internetauftritt (da bist du top!), und Sozial Media wie Facebook. Ich denke, der wichtigste Gedanke ist für Kleingeschäfte wie uns: “bringt es soviel Nutzen, wie es kostet?”
      Ein weiterer lohnender Gedanke ist; Was weckt bei einem selbst die Aufmerksamkeit? Bei mir ist das, wenn es mich zum schmunzeln bringt, ein bisschen frech und spritzig daherkommt, neue Ideen, neue Wege, etwas mutig …toll finde ich auch Geschäfte, die Information zur Sache geben,(da gibt sich wer Mühe), die Ihre Person in den Geschäftsauftritt mit reinbringen (sich nicht hinter dem Geschäft verstecken). Wo ich gar nicht mehr hinschaue sind die ewig gleichen, abgedroschenen Werbeauftritte, (egal ob Flyer, Inserate oder Website) wo sich alle gegenseitig kopieren und diesselben ausgeleierten Slogans, Texte und Bilder benutzen.
      Eine der besten Werbemethoden sind übrigens Vorträge, vorallem solche, die man zusammen mit Vereinen, Gruppen oder Organisationen durchführen kann.
      ;-)
      Mich würde auch interessieren was andere Leser dazu sagen. Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Wie ist das bei euch???

  2. Ich glaube, dass gerade im Gesundheitsbereich auch viel über Mundpropaganda geht. Wenn ein Heilpraktiker gute Arbeit macht, dann spricht sich das herum und er braucht sich um Kunden gar nicht mehr zu sorgen und Werbung wäre in einem solchen Fall Zeit und GEldverschwendung.

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