EIGENE PRAXIS: Was gibt es zu tun auf dem 2. Podest?

Shoeless feet going upstairsIm Beitrag “Was gibt es zu tun auf dem 1.Podest?”, vergleiche ich die Selbstständigkeit mit einer mehrteiligen Treppe, die mit einzelnen Podesten unterbrochen ist.

Hier kann man etwas verschnaufen, zurück, rundum und vorwärts schauen, bevor man die nächste Treppe nimmt. Man könnte es auch ganz trocken “die Stufen der Selbständigkeit” nennen.

Sie haben Ihre Praxis frisch gestartet. Vielleicht ein halbes, oder ein ganzes Jahr ist es her seit ihrer Praxiseröffnung. Es war eine bewegte Zeit, der Start hat gut geklappt und die ersten Klienten sind gekommen.

Inzwischen ist der Alltag zurückgekehrt. In der Praxis hat sich ein gewisser Rhythmus eingependelt, doch still und heimlich sind die Neuanmeldungen zurückgegangen und aus der jetzt verbleibenden (Stamm)Kundschaft trägt sich die kleine Praxis nicht.

Jetzt stehen Sie auf dem ersten Podest und wissen nicht so richtig, wie Sie die Praxis wieder in Schwung bringen.

Was kann ich jetzt für meine Praxis tun?

Die Antwort ist einfach: «Dranbleiben!»

Ihrer Praxis den Atem einhauchen

Viele denken jetzt an Werbung: «weisst, ich mach halt auch keine Werbung, drum läuft es nicht so gut.» Doch den Fokus unverändert auf seine Ambitionen zu halten, heisst nicht unbedingt nach aussen zu treten. Jetzt haben Sie Zeit für die Arbeit im stillen Kämmerlein. Tun Sie Dinge, die Ihre Praxis gedeihen und wachsen lässt.

Sie sind der Energiehalter ihrer Praxis!

Wo Sie es bisher noch genau so gemacht haben, wie man es macht, d.h. Praxisausschreibung, Eröffnung und all die organisatorischen Dinge, wird es ab jetzt wirklich zu ihrem Ding. Ihre kleine Praxis fängt an von Ihrer ganz persönlichen Kreativität zu leben.

Jetzt beginnt die Hintergrundarbeit

Ich weiss, dass man nun imVertrauen sehr gefordert ist. Jetzt, auf diesem ersten Podest, jetzt wo Sie innehalten und sich umsehen, erkennen Sie jedoch auch, was Sie schon geleistet haben!

Es gibt immer noch viel zu tun, packen wir es an: Jetzt ist Zeit um Arbeitsabläufe oder Organisatorisches zu verbessern. Jetzt geht es darum, Dinge zu erledigen, wofür Sie gerne ein bisschen Zeit investieren.

« Die Selbstständigkeit ist ein wunderbares Feld um kreativ zu sein. So wie Sie es möchten, für Ihre Arbeit, Ihre Kunden und ihre Ziele.»

Nicht jeder ist für die Selbstständigkeit geboren. Man muss schon an seine Sache glauben, und vorallem, Freude daran haben. Aber hier unterscheiden sich die Schnellschiesser und Hobbytherapeuten, von jenen, die das wirklich machen wollen; den ehrlich Ambitionierten und fleissigen Schaffern.

Denn  Heilberufe sind beliebt, doch wenn ich sehe, wieviele Praxen in diesem ersten Zwischentief hängen bleiben, wo bleibt da die Ernsthaftigkeit? Manchmal höre ich von Selbstständigen, dass sie garantiert nicht in ihrer Freizeit an den Computer sitzen (Wer bezahlt mir denn diese Zeit?). Selbstständigkeit beinhaltet sehr viel Zeit für Dinge, die einfach dazugehören. Nicht vergessen; Man tut es für sich selbst, für seine Sache. Man tut es nicht für jemand anderen.

Was meine ich mit den Dingen, die man tun kann? Sie finden hier im Blog viele Artikel dazu: Schauen Sie unter den Kategorien Kundenpflege, Kundenkontakt, Werbung und berufliche Selbstständigkeit.

Wer den Computer bisher noch nicht zu seinem Freund gemacht hat, erhält jetzt die Chance dazu. Ich persönlich glaube nicht, dass man als Freiberufler um diese Basics herumkommt. Oder möchten Sie mit jedem kleinen Wisch zur Druckerei gehen?

Wie sieht es aus mit ihrem Papierkram. Erstellen Sie die benötigten Praxisdokumente und Kundeninfo. Machen Sie von ihren Methoden, Produkten oder auch ganzheitlichen Themen Informationsmaterial zum Abgeben für Ihre Kunden. Verbessern Sie ihre Dokumente und Drucksachen. Brauchen Sie Rechnungen, Quittungen?

Gibt es Praxisinternes das man verbessern könnte? Hat sich die Einrichtung bewährt, könnte man Arbeitsabläufe optimieren oder vereinfachen? Erstellen Sie einen Arbeitsordner, damit Sie Tabellen und Eckdaten schnell zur Hand haben. Kümmern Sie sich um die wichtigsten Notizen für Ihre Sitzungen. Brauchen Sie Behandlungsblätter, Tabellen, Kopien aus Büchern, Leitfäden und wichtige Stichworte? Dadurch werden Ihre Sitzungen effizienter und für Sie viel praktischer, weil Sie wichtige Informationen schneller zur Hand haben.

Wie sieht ihre Buchhaltung aus? Alles bisher abgelegt und geordnet? Wie machen Sie ihre Adresserfassung? Nur alleine mit den Karteikarten werden Sie nicht weit kommen. Kümmern Sie sich um ein Adressprogramm mit dem sie später Etiketten und Briefe drucken können. Erfassen Sie auch E-Mail-Adressen für spätere Infobriefe oder Newsletter. Achtung Datenschutz und ganz wichtig: Halten Sie ihre Adresserfassung laufend auf aktuellem Stand.

Ideen sammeln, Gedanken sortieren, Projekte einfädeln … .

Haben Sie schon eine eigene Homepage? Ob selbst erstellt oder von einem Webmaster, eine eigene Site braucht einige Überlegungen und Vorbereitung. Jetzt können Sie das angehen.

Gibt es Dinge, die sich in den ersten Monaten nicht wirklich bewährt haben und verbessert werden sollten? Ich denke hier zum Beispiel an den Telefonkontakt. Waren Sie hürdenlos erreichbar? Und dann, wenn die Leute zu Ihnen kamen, hat man sie immer auf Anhieb gefunden? Könnte man da etwas verbessern, etwa Anfahrtsplan und Info zuschicken? Muss die Praxistafel anders angebracht werden, braucht es noch Schilder usw.

Und wie wollen Sie ihren Kunden pflegen und informieren? Welche Variante könnten Sie sich vorstellen? Alle paar Monate einen persönlichen Brief, oder doch eher Geburtstagswünsche, oder hätten Sie Lust zu bloggen oder posten Sie lieber über Facebook? Das kann man jetzt einfädeln.

Und wenn wir schon bei den digitalen Medien sind. Jetzt hat man auch endlich Zeit sich um kostenlose Einträge in Verzeichnisse zu kümmern und Linktausch/Linkpartnerschaften mit der Homepage einzufädeln.

Sie sehen, die Arbeit geht einem nicht so schnell aus. Ungeschickt wäre es, wenn Sie jetzt auf diesem ersten Treppenabsatz denken: «Das ist jetzt noch zu früh. Kann ich alles noch machen, wenn es dann mal läuft!»

Uiitsch, wie heisst es doch so blöd: Von nichts kommt nichts!

Nichts wird die Kunden mehr zu Ihnen hin ziehen, als Ihre Freude und auch eine gewisse Beständigkeit. Das wird nicht unbeachtet bleiben und irgendwann wird genau diese Konstanz in ihrem Schaffen, die Praxis zu einer gut besuchten Einrichtung werden lassen. Nutzen Sie die Zeit, auch wenn es mal ruhiger zu und her geht in Ihrer Praxis.

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