DIES UND DAS: Pressemeldungen – Bitte Hirn einschalten!

verschnürter ZeitungsstapelIch möchte Ihnen weder ans Schienbein pinkeln, noch den guten Glauben an die Wahrheit nehmen. Fact jedoch ist, in Zeitungsmeldungen wird getrickst, dass die Balken krachen!

Immer öfters sehen wir einseitig dargestellte Sachverhalte, gut inszeniert, sieben mal gewendet und aufgebauscht. Auf jedem Gebiet, Politik, Wirtschaft, und eben auch in der Gesundheitsbranche.

Ich bin seit 30 Jahren in der Gesundheitsbranche tätig und lese immer noch fast alles was mir unter die Finger kommt. In Zeitungen springen mir derartige Berichte sofort ins Auge, ich kann gar nicht anders. Und wenn es nur deshalb ist, um zu sehen wohin das alles führt.

Die Fehl-,  Halbwahr- oder Schummelinformationen werden immer frecher!

Wie heute diese Schlagzeile:

«mehr als zweimal pro Woche Fisch kann zu Vergiftungen führen …» (nachlesen auf 20 Minuten online 9.7.13)

Es ist ja nicht so, dass solche Meldungen nicht irgendwo ein kleines Körnchen Wahres dran hätten, wie hier die Sache mit dem “Schwermetall im Fisch”. Immerhin wird am Schluss noch auf den gesundheitlichen Wert hingewiesen. Doch die Kernaussage Fisch kann zu chronischen Vergiftungen führen, die sitzt!

«Darf man jetzt noch Fisch essen? Wie geht das schon wieder mit den Vitaminpräparaten, soll man die nun nehmen oder nicht? Wird ja da und dort gewarnt. Das mit den Heilpflanzen Frau Hug, soll ja auch nicht so unproblematisch sein. Könnte der Leber schaden. Und wie ist das nun mit Stevia, kriegt man es, kriegt man es nicht?» So werde ich häufig auf eine neue, kurriose Meldung von Patienten, Freunden oder Bekannten angesprochen. Bumm, die Schlagzeile ist geglückt!

Wir sind nicht zu dumm oder zu gutgläubig, um die Wahrheit zu durchschauen. Es fehlt uns einfach die dafür notwendige Phantasie!

Es ist mir bewusst, dass ich Kritik übe. Aber nicht in erster Linie am Leser, sondern an den Schreiberlingen, an den Redaktionen und deren Verantwortlichen.

Denn als Leser wird es zunehmend schwieriger, in Gesundheitsfragen überhaupt noch durchzublicken, als Laie sowieso. Wenn dann noch ein Experte einer staatlichen Behörde seine Meinung dazu sagt?

Als Zeitungsleser wird es jeder auf seine Art verstehen und beurteilen. Man darf aber raten, sich etwas zurückzuhalten und nicht alles ungefiltert wie ein Schwamm aufzusaugen.

In derartigen Meldungen wird mit der Angst gespielt. Es werden Unsicherheiten gestreut um von Dingen abzulenken, die weit mehr Bedenken auslösen.

Desinformation im flächendeckenden Stil

Es geht überhaupt nicht darum, dass die biologische Medizin oder ganzheitliche Heilkunde recht haben muss. Es geht nicht um Rechthaberei! Es geht um (bewusste) Desinformation im flächendeckenden Stil.

Die grosse Angst aller Machtstrukturen ist von jeher, dass die Menschen selber denken lernen. Früher konnte man das Volk mit Strafe an Leib und Leben einschüchtern. Heute funktioniert das nicht mehr so effizient. Die Menschen sind unabhängier und informierter. Sie wollen selbst entscheiden, wie sie zu leben haben und was sie dafür im einzelnen Fall wählen.

Ich meine, wir haben ein Recht auf wahre und unabhängige Berichterstattung. Leider können wir darauf nicht vertrauen und nehmen das inzwischen auch hin. Wenn mir jemand vor 30 Jahren gesagt hätte, wie beeinflusst heutzutage die Presse informiert, hätte ich gedacht, das ist ein hoffnungsloser Pessimist oder eingefleischter Zyniker. Heute sind bald die Verschwörungstheoretiker auf der plausibleren Seite.

Solche Meldungen, wie die vom Fisch – was nur als Beispiel gemeint ist, denn davon gibt es viele – lenken ab. Von weitaus grösseren Problemen, die das Menschenvolk langsam aber sicher beschäftigen und die viel verherender sind, als die “chronische Fischvergiftung”. So halte ich zum Beispiel die drohenden Antibiotikaresistenzen der Bevölkerung (aus der Nahrungskette und Direktgabe) für ein dramatisches Problem. Es gibt so viele weitere, wirklich gigantische Ernährungs- und Umweltprobleme. Das wissen wir ganz genau. Trotzdem lassen wir uns leicht ablenken. So eine Meldung trifft nur die Fischer, oder den Fischhandel. Das ist besser als die Pharma, die Fastfoodbranche oder Fleischindustrie!

Wir könnten ein Quiz veranstalten, wieviel einzelne Punkte Sie in einer Minute zusammenbringen, wo die chronische Vergiftungsgefahr weitaus grösser ist, als beim Fisch. Auf gehts! Ich wette, Ihnen kommen auf Anhieb soviele Punkte in den Sinn, dass Sie sich beim Aufzählen verhaspeln.

Interessant ist, dass die 3 Fischarten die am meisten Omega3-Fettsäuren enthalten, in diesem Artikel speziell erwähnt werden. EPA/DHA ist fundamental für das Denken, für die Hirnfunktion. Und das sollen wir ja grade nicht, vorallem nicht selbstständig. Wir sollen denken, was uns gesagt wird. Oder gelehrt. Hören Sie sich um, schauen sie mal, was für Lehrstoff in medizinische Ausbildungen fliesst? Was nützt es, wenn frischgebackene Medizinlinge alles über die Dosierung von Benzodiazepinen wissen, aber nicht, welche E-Stoffe in einem Süssgetränkt sind?

Den guten Glauben an korrekte Aufklärung und Berichterstattung möchte auch ich nicht verlieren. Aber ich horche lieber auf mein Herz, mein Wissen und gesunden Menschenverstand.

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