SELBSTÄNDIGKEIT: Wie mache ich meine Arbeit bekannter oder „die 7 Weiterempfehlungskiller“

«Machen Sie einen guten Job und achten Sie darauf, das Sie das , was Sie bis jetzt erreicht haben, nicht vermasseln!»

Das ist mir jetzt grad so rausgeflutscht. Ich weiss, ganz so einfach darf ich es nicht abhaken. Einen guten Job machen, ist unter Umständen nicht das Einzige, wenn’s sonstwo klemmt.

Nur ist es leider so, dass dumme Patzer ein schräges Licht auf gute Arbeit werfen!

Witzig ist, dass man diese Nachlässigkeit wahrscheinlich nie zu hören bekommt. Das sagen sie (die Kunden) einem nicht. Niemand möchte freiwillig als pingeliger Motzer dastehen.

Sollte sich Ihr Kundenstamm nicht vergrössern, ist Zeit für eine simple Frage:

Werde ich überhaupt weiterempfohlen?

Wenn Sie spüren, dass ihre Kunden Sie (oder ihre Dienstleistung) weiterempfehlen, dann brauchen Sie sich keine ernsthaften Sorgen zu machen. Schön dranbleiben, mit Herz und Geduld, das kommt schon! 😉

Sollten Sie aber das Gefühl haben, dass man ihren Namen nicht weiterreicht, dann lohnt es sich, bei sich selbst zu schauen: Wo könnte es hapern? Was könnte man überdenken, wo flexibler werden oder auch strenger?

Auch wenn wir in unserer Arbeit viel mehr sehen, als eine simple Dienstleistung, dürfen wir trotz persönlichen Ansichten nicht vergessen, das Kunden Ansprüche haben.

Dazu müssen wir uns nicht verbiegen und überall einschleimen, aber etwas gesunden Menschenverstand, besser noch Menschenkenntnis, kann nicht schaden.

Die Kundenperspektive einzunehmen, lohnt sich einmal mehr:

Wo kommt mir (als Kunde) keine Weiterempfehlung ohne wenn und aber über die Lippen?

Stichwortartig habe ich 7 Weiterempfehlungskiller notiert. Diese sind übrigens nicht nur auf unsere Branche bezogen. Bestimmt kennen Sie zu jedem Punkt ein Geschichtchen, dass sie bei anderen Dienstleistern schon erlebt haben.

Die 7 häufigsten Weiterempfehlungskiller.

  1. Erreichbarkeit
  2. Zurückhaltung
  3. Ernsthaftigkeit
  4. Zuverlässigkeit
  5. Diskretion
  6. Hygiene
  7. Auftreten und Ambiente

Die (Un)Erreichbarkeit:

Die Frage ist, sind Sie problemlos telefonisch erreichbar? Das Thema habe ich in folgenen Texten erläutert:

Telefonkontakt I

Telefonkontakt II

Telefonkontakt III

15 Gründe, wie ich ein Geheimtipp werde, bin oder bleibe

Die mangelnde Zurückhaltung

Gemeint ist zuviel Plapperei oder Aufdringlichkeit.

Wenn wir Kunden während der Sitzung zuquatschen oder allzu neugierig sind. Je besser man sich mit seinen Gästen versteht, desto mehr verschwimmen die Grenzen. Deshalb auch Zurückhaltung mit eigenen Geschichten.

Informationsüberladung: Von sich nicht das Unmögliche verlangen, ALLES erklären zu müssen.

Zu offensichtlich neue Termine generieren: «… das sollten wir nochmals anschauen». Kunden sollte man eher früher als später ziehen lassen. Dann werden sie wieder kommen.

An gesellschaftlichen Anlässen nicht zu heftig an potenzielle Kunden ranwanzen, dass diese trotz Interesse dankend abwinken.

Lästig werden mit Werbung. Mündlich, schriftlich oder wie auch immer.

Schwatzhaftigkeit  . Verpassen Sie sich einen Denkzettel

Die fehlende Ernsthaftigkeit

Wissen Sie, was mich immer dumm aus der Wäsche schauen lässt? Wenn mir Kursteilnehmer sagen „Weisst du, ich mach das nur hobbymässig!“ Dann kippt mir die Kinnlade runter und ich verbiete mir die Gegenfrage: „Ja, tust du es jetzt oder nicht?“

Weshalb diese Rechtfertigung, weshalb, dieser Erklärungsbedarf? Ist doch keine Problem, wenn sie es im Nebenerwerb machen, beziehungsweise noch im Aufbau ihrer Passion sind.

Dieses noch nicht so richtig oder hobbymässig, erzeugt einen verwirrenden Effekt. Für den Kunden zählt, was er wahrnimmt, was er erlebt, nicht ihre organisatorischen Hintergründe.

Wie stehen Sie hinter Ihrer Arbeit und was signalisieren Sie? Kunden (potentielle Weiterempfehler) sollten sich nicht fragen müssen: „Was meint sie/er damit? Kann man sich denn jetzt anmelden, kann man es weiterempfehlen?“

Ich frage dich: „Gibt es DICH jetzt, oder nicht? Was WÄHLST du?“

Die labile Zuverlässigkeit

Das geht wohl jedem gegen den Strich, Ihnen und mir, als Kunde und als Anbieter, in jeder Branche oder Dienstleistung. Die meisten Kunden sind sehr grosszügig, Fehler passieren. Aber eine zu lockere Handhabung mit Vereinbarungen mags nöd lide!

Dazu gehören Terminänderungen, meist verursacht durch falsche Prioritäten. Sich schlecht auf die Sitzungen vorbereiten, chaotische Organisation oder mangelnde Ruhe während den Sitzungen, und, und, und.

Zum Stichwort Ruhe lesen Sie auch den Artikel: die Praxis im eigenen Heim

Die mangelnde Diskretion

Ein Beruf, der körperliche und emotionale Nähe zum Menschen beinhaltet und sogar vorraussetzt, ist eh schon delikat. Doch Klatsch ist und bleibt geschäftsschädigend, in jeder Dienstleistung.

Ich empfehle Ihnen das mit der Diskretion relativ eng zu sehen. Behalten Sie alle Worte, die in ihren Räumen gesprochen werden, für sich. Auch wenn Sie selbst eine offene Haltung haben und es sich um Small-Talk-Themen handelt. Es ist manchmal kaum zu glauben, wer, wen kennt.

Zur Diskretion gehört auch das Einhalten des Datenschutzes. (Umgang mit der Adressdatei und Offenlegen von E-Mail-Adressen )

Die mangelnde Hygiene

Ist ein Thema, das keines sein sollte. Und Ansichtssache ;-).

Bei einer amtlichen Praxiskontrolle, wie wir sie als kant. Naturheilpraktiker erleben, ist die Hygiene ein Riesentraktandum. Wichtig dabei ist der Gesamteindruck und die Sauberkeit generell und im speziellen des Inventars, der Therapiegeräte, des Eingangsbereichs und der Toilette. Das geht bis zur Kontrolle der Karteikartenführung und Aufbewahrung von Heilmitteln.

Es ist wie mit der Diskretion, besser ein bisschen mehr als weniger.

Sehr spezielles Auftreten & Ambiente

Verständlich, dass man es mit seiner kleinen Praxis sehr persönlich halten möchte. Sie sollten aber bedenken, dass sich spezielle Vorlieben als schwierig entpuppen können. Sie machen es schwer, ein gut durchmischtes Publikum anzusprechen.

Dazu eine Geschichte, die mir eine Bekannte erzählt hat: Frau X möchte ihren Ehemann, der an stressbedingter Kurzatmigkeit und extremer Nervosität leidet in eine alternative Therapie schicken.“Da muss jetzt was gehen“, sagt sie bestimmt. Herr X ist ziemlich misstrauisch aber grundsätzlich einverstanden. Irgendwann schafft es seine Frau, ihn bei einem Atemtherapeuten anzumelden. Atemtherapie und Mann, das tönt sachlich und vertrauenswürdig.

Er geht pünktlich hin und es öffnet ihm ein Mann mit langem schwarzen Mantel die Tür. In den Räumlichkeiten ist alles schwarz und voller Kerzen. Musik, die ihn befremdet. Die Behandlung selbst nimmt er gar nicht richtig wahr. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er sowieso sofort rechtsumkehrt gemacht. Das ging aber voll in die Hosen!

Wenn Sie ein Publikum ansprechen möchten, dass aus jeder Gesinnung, Berufsgruppe oder Alter besteht, ist ein behagliches, warmes Ambiente in sachlicher und praktischer Umgebung ideal. Ohne tausend Ablenkungen.

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Jetzt wollen wir den Bogen der Weiterempfehlungskiller nicht überspannen –  Charakteristische Eingenheiten wie Überheblichkeit, Fehleinschätzung, allgemein zänkisches Verhalten, Streit mit der halben Nachbarschaft, unangemessene Honorare, und anderes mehr das ebenso schädlich ist – nicht, das wir vor lauter Angst Fehler zu machen, uns erneut blockieren.

Niemand wird perfekt hingestellt!

One thought on “SELBSTÄNDIGKEIT: Wie mache ich meine Arbeit bekannter oder „die 7 Weiterempfehlungskiller“

  1. Ein toller Artikel. Wenn man diese sieben Punkte beachtet, dann muss man auch weiterempfohlen werden. Genau auf den Punkt gebracht. Da könnten sich viele hier ne Scheibe abschneiden und anfangen das umzusetzen.

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