ERNST GEMEINT: Das Experiment . „Liebe deinen nächsten wie dich selbst“

Fraktales Herz

Einer der ältesten Sätze dieser Welt. Ich hab ihn mal unter die Lupe genommen und es ganz genau wissen wollen:

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“

Schliesslich, einmal gesprochen, hat sich seine Kraft gehalten. Über Jahrhunderte hinweg. Da muss was dran sein. Was Gewaltiges sogar! Wenn nämlich ich mal einen schlagenden Satz in die Runde werfe, weiss den nach 5 Minuten keiner mehr.

Aber diesen Satz, deeen kennt jeder! Dann muss der Satz ja wohl mehr als eine leere Phrase, ein wohlklingender Slogan, ein dahingeworfenes  Zitat, und sowieso mehr als eine höfliche Redensart sein. Schon eher eine moralische Anweisung. Mir ist aufgefallen, das ausgesprochen viele Menschen ihn bei bestimmten Gelegenheiten vorbildlich rezitieren. Also, so wollte ich’s wissen! Sozusagen als Experiment.

Und ich sag’s euch ausnahmsweise schon zum voraus. Anfangs kam es nicht gut heraus! Dann, nach langem hin und her experimentieren, so ein gscheites Ding wie ich bin, hab ich es schliesslich doch herausgefunden;

Der berühmteste Satz der Welt ist eine grandiose Formel. Nein, noch viel besser, ein Gleichnis!

Aber das wusste ich eben erst hinterher. Nun, ich erzähl es Schritt für Schritt;

Ich soll andere lieben wie mich selbst. Keine Sache!

the book of love 03

Bei jeder Begegnung, wirklich bei jeder Begegnung mit anderen Menschen, ihr wisst, ich führe meine Aufgaben gewissenhaft durch, brachte ich diese Empfehlung zur Anwendung. Lieben hat ja auch einiges mit tun und zeigen gemeinsam.

Ich tat, sagte und empfahl also genau das, wie ich es mir selbst auch gesagt, getan oder empfohlen hätte.

Denn es heisst ganz genau; wie dich selbst.

„Man zieht gefälligst die Schuhe aus!“ schnauzte ich drauflos. „Stell dich nicht so an“, „Konzentrier dich!“. „Sei nicht so beleidigt!“. „Das kriegst du auch noch hin“. „Hab dich nicht so!“ Familie, Freunde und Bekannte reagierten erstaunt.

„Das kannst du selbst machen. Bist du etwa krank oder zu faul?“, wurde mein Lieblingssatz. „Mach gefälligst vorwärts!“ „Müde? Los, auf geht’s!“. „Was? Das hast du extra für dich gekauft? War das wirklich nötig?“

Freundinnen stand der Mund offen. Auch meine Nachbarin staunte nicht schlecht: „Nur grade wegen IIhnen, mach ich doch keinen Kaffee!“ „Hören Sie bitte auf zu Jammern!“ Wobei sie das Wort „Bitte“ gar nicht mehr wahrnahm.

Also so ging das dann. Nach kurzer Zeit hatte ich keine Freunde mehr. Wenige, ganz Grosszügige meinten, ob ich Sorgen hätte, oder gar Depressionen? Bekannte grüssten mich nur noch von Weitem und meine Familie wartete auf die befreiende Lösung.

Nebenbei erwähnt; meine Arbeitsstelle kriegte ich schon am 2 Tag fristlos gekündigt. Mein Chef empfand den Satz: „ Was, dazu brauchen sie meine Hilfe? Das kriegen sie bestimmt auch alleine hin!“ nicht passend.

Mein Experiment schien schief zu laufen! Es lag irgendwie am Code: mit dem Nächsten genauso wie bei mir selbst.

Konnte er, der Urheber dieser Empfehlung, tatsächlich gemeint haben; „Wenn andere dich mögen, dann magst du dich selbst auch.“ ???? Ich brauchte erstmal eine Pause.

Ich fühlte mich elend einsam und die ganze Rumhirnerei machte mich halb närrisch. Wurde mir denn beigebracht, wie ich selbst mit mir sprechen sollte?

Und dann, irgendwann, viele Aufhellungen, Lichtblicke und Impulse später, hatte ich die Lösung! Ich war bereit. Ich startete den zweiten Teil des Experiments!

Was knobelte ich den ständig um den Nächsten rum?

Lautet es denn: „Liebe deinen Nächsten. Punkt“?

Was tappte ich denn auch unentwegt im langen, dunklen Tunnel der Nächstenliebe?

„Wiiiie dichchch selbstttt!“ war der Code, den es zu knacken galt!coffee cup with heart


Nun, das war aber nun gar nicht schwer! Fortan gönnte und schenkte ich mir, was das Herz begehrt. Einfühlsam nahm ich meine kleinen Schwächen mit Humor. Grosse habe ich keine mehr.

Nun konnte ich ruhen und faulenzen, mich verwöhnen, extra für mich! Blödeln, komisch sein. Meine Handlungen nicht mehr bewerten und vergleichen. Das Wort „verdient haben“ oder gar „Schuld und Gewissen“ schaffte ich sofort ab.

Und da ich Ehrlichkeit liebe, liebte ich auch die Menschen um mich herum ehrlicher.

Inzwischen macht es mit mir soviel Spass, dass ich das alles beibehalten hab. Das Leben ist nun soviel einfacher, schöner, authentischer, ursprünglicher, natürlicher, liebevoller, lustiger und erfüllter.

Übringens, Freunde und Bekannte sind zurückgekehrt. Die meisten jedenfalls. Plötzlich hab ich es verstanden! Ich frag mich nur dauernd, weshalb der Satz nicht einfach heisst:

„Wie ich mit mir, so mit dir!“

 

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